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Arbeitsmarkt: Babyboomer reißen große Lücken

Ingenieure werden laut des Instituts der deutschen Wirtschaft noch mehr zur Mangelware, sobald die Babyboomer-Generation in den Ruhestand wechselt (Foto: iStockphoto).

Ungewisse Zukunft: Ingenieure werden laut des Instituts der deutschen Wirtschaft noch mehr zur Mangelware, sobald die Babyboomer-Generation in den Ruhestand wechselt (Foto: iStockphoto).

Von den knapp 24 Millionen Fachkräften, die aktuell in Deutschland arbeiten, sind laut Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bereits heute 6,7 Millionen in einem so genannten Engpassberuf tätig. Dabei handelt es sich um Berufsfelder, in denen es bundesweit mehr offene Stellen gibt als Arbeitsuchende. Im Herbst 2014 zeigten sich solche Engpässe in 139 der insgesamt 615 Berufsfelder, die die IW-Forscher unter die Lupe genommen haben.

Die Problematik wird künftig noch dadurch verschäft, dass die Generation der Babyboomer sich in nicht allzu ferner Zukunft aus dem Arbeitsmarkt verabschiedet. Das heißt, durch den Renteneintritt der in den 1950er- und 1960er-Jahren Geborenen wird sich die Situation nach Einsschätzung der IW-Wissenschaftler mittelfristig noch weiter verschärfen, wenn der Nachwuchs ausbleibt.

2,1 Millionen verlassen Engpassberufe

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat nun erstmals berechnet, wie viele ältere Beschäftigte aus einzelnen Berufen in den nächsten 15 Jahren in Rente gehen. Insgesamt werden von den 6,7 Millionen Fachkräften in Engpassberufen 2,1 Millionen innerhalb der nächsten 15 Jahre in den Ruhestand wechseln.

Und welche Berufe sind am stärksten betroffen? Die meisten der insgesamt 55 Berufsgattungen mit starkem Engpass waren in den Bereichen „Gesundheit, Soziales und Bildung“ (zwölf Engpassberufe), „Energie, Elektro und Mechatronik“ (neun Engpassberufe) sowie „Logistik und Sicherheit“ (sieben Engpassberufe) zu verzeichnen.

Besonders bei Gesundheitsberufen und Berufskraftfahrern wird es schwer werden, die frei werdenden Jobs wieder zu besetzen. 30 Prozent der 568.000 Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege sind 50 Jahre und älter – wobei noch erschwerend hinzu kommt, dass der Bedarf an Pflegekräften weiter steigen wird, weil die Bevölkerung insgesamt altert. Noch problematischer sieht es alterstechnisch bei den Kraftfahrern aus: Hier sind sogar 43 Prozent 50 Jahre oder älter.

Ingenieure und Informatiker sind die begehrtesten Akademiker

Bei den Akademikern sind es zum einen die Ingenieurberufe, bei denen große Knappheit herrscht. Besondern betroffen sind nicht nur einzelne Berufe wie die des Wärmewirtschafts- oder des Versorgungsingenieurs, sondern ganze Berufsgattungen. Knapp wird es laut der IW-Analyse besonders in den Bereichen Elektrotechnik, Tiefbau, Bauplanung- und Überwachung, Vermessungstechnik und Kraftfahrzeugtechnik. Riesige Engpässe zeigten sich, wie zu erwarten war, auch bei den Informatikern. Auf je 100 gemeldete offene Stellen kamen bei den IT-Fachkräften nur 55 Arbeitslose.

Kleine und mittlere Unternehmen besonders betroffen

Unter den festgestellten Engpässen haben laut der Erhebung insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu leiden. In 105 der untersuchten Engpassberufe waren mindestens 50 Prozent der Fachkräfte in KMU beschäftigt. In dieses Bild passt auch, dass KMU deutlich häufiger von Rekrutierungsschwierigkeiten berichten als große Unternehmen.

Was Unternehmen tun können, um ihre diesen Schwierigkeiten zu begegnen, erklärt Dr. Susanne Seyda, Bildungsökonomin im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in folgendem Interview:

Click to tweet: 2,1 Millionen Fachkräfte gehen in den nächsten 15 Jahre in Rente. Was das bedeutet, steht hier: http://bit.ly/1xwrvOP #Karriere