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Arbeitsmotivation: Betriebsklima an erster Stelle

Arbeitsmotivation: Betriebsklima steht an erster Stelle

Foto: Pixabay.com

Aus welchem Grund gehen wir Menschen arbeiten? Ist doch klar: Wegen des Geldes. Vielleicht auch, weil es uns Spaß macht und wir im Job unsere Talente einbringen können – im Idealfall. Aber nur mit einem gewissen Verdienst können wir unseren Lebensunterhalt finanzieren und uns ab und zu etwas gönnen – einen Restaurantbesuch, Urlaubsreisen, kulturelle Ereignisse. Also: Geld regiert die Welt – auch die Arbeitswelt – oder?

Hat man die Wahl zwischen einem hochdotierten, aber langweiligen oder super stressigen Job und einer Stelle, die inhaltlich erfüllend ist, bei der ein gutes Arbeitsklima herrscht, aber weniger bezahlt wird – welcher Job macht dann das Rennen? Das zeigt die Studie „Arbeitsmotivation 2016“ der ManpowerGroup Deutschland, in deren Auftrag das Marktforschungsinstitut Toluna im April 2016 insgesamt 1.040 Deutsche ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ befragt hat.

Die Ergebnisse überraschen stellenweise: Geld ist scheinbar doch nicht alles. Acht von zehn Berufstätigen würden keinen hochbezahlten Job annehmen, wenn dieser sie nicht fordert oder zu sehr unter Stress stellt. Ein gutes Betriebsklima und inhaltlich spannende sowie erfüllende Tätigkeiten sind zwei Dritteln der Befragten wichtiger als das Gehalt.

Gutes Verhältnis zu Kollegen und Chefs erhöht Arbeitsmotivation

Arbeitsmotivation: Betriebsklima steht an erster Stelle

Grafik: ManpowerGroup Deutschland

Für zwei von drei Bundesbürgern ist der Job ein elementarer Bestandteil ihres Lebens, mit dem sie sich identifizieren möchten und in dem sie Erfüllung suchen. Eine positive Gestaltung des Arbeitsalltags ist für die deutschen Arbeitnehmer daher von enormer Bedeutung.

Bei 76 Prozent hat ein gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten starken Einfluss auf die Arbeitsmoral und damit auch auf ihre Leistungen. Kein anderer Faktor wird häufiger genannt und ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich um elf Prozent gestiegen.

Flexible Arbeitszeiten bei Beschäftigten hoch im Kurs

Flexible Arbeitszeiten, etwa Gleitzeit, ein Arbeitszeitkonto oder Vertrauensarbeitszeit, sind die zweitwichtigsten Motivatoren am Arbeitsplatz. Für 64 Prozent der Befragten spielt dieser Aspekt eine besondere Rolle und hat innerhalb eines Jahres mit einem Plus an 14 Prozentpunkten an Relevanz gewonnen.

An dritter Stelle steht mit 49 Prozent der Kontakt zu Kollegen auch nach Feierabend. Dies hat für 59 Prozent der deutschen Arbeitnehmer inzwischen einen ähnlichen Stellenwert wie Freunde oder die Familie.

Technik vor Designermöbeln und Nervennahrung

Arbeitsmotivation: Betriebsklima steht an erster Stelle

Grafik: ManpowerGroup Deutschland

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern neben flexiblen Arbeitsmodellen und einem positiven Arbeitsklima noch mehr motivierende Rahmenbedingungen bieten wollen, sollten in ihre Technik investieren: Ist der Arbeitsplatz technisch gut ausgestattet, so behaupten 81 Prozent der Berufstätigen, wird mit mehr Elan gearbeitet. Ein moderner PC steht dabei auf Platz eins des Rankings, dicht gefolgt von flächendeckendem WLAN im Unternehmen. An dritter Stelle steht clevere Software, die intuitiv zu bedienen ist. Spezielle Anwendungen für gemeinsames digitales Arbeiten, etwa Cloud Computing und Messenger-Tools, sind bisher nur einem von zehn Arbeitnehmern wichtig.

Für vergleichsweise wenig Antrieb sorgen Oberflächlichkeiten wie schicke Büromöbel oder kostenlose Süßigkeiten als Nervennahrung. Davon lässt sich nur ein Drittel beziehungsweise ein Viertel der Mitarbeiter motivieren.

Employer Branding wird zur Kernkompetenz von Arbeitgebern

„Arbeitgeber können Schlüsseltalente heute nur gewinnen und an sich binden, wenn sie eine systematische Personalentwicklung, attraktive Rahmenbedingungen und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gewährleisten“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Eine Form der Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die der Forderung der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität gerecht wird, ist etwa die Vertrauensarbeitszeit. „Unsere Erfahrungen mit Vertrauensarbeitszeit sind seit der Einführung vor einem Jahr durchweg positiv. Die Motivation der Kollegen ist deutlich gestiegen, seit sie mehr Eigenverantwortung tragen und sich Aufgaben flexibel einteilen können“, so Brune.

Ein Unternehmen mit solchen Vorzügen sollte sich nicht verstecken: 69 Prozent der Arbeitnehmer achten darauf, welche Produkte oder Dienstleistungen ein Unternehmen vertreibt, ob es umweltschonend agiert und wie es um die Arbeitsbedingungen bestellt ist. „In Zeiten von Social Media sind diese Aspekte ohnehin transparent. Die Unternehmen sollten ihr Arbeitgeberimage daher aktiv pflegen und anreichern, dabei aber authentisch bleiben“, sagt der Deutschland-Chef der ManpowerGroup. „Professionelles Employer Branding nach innen und außen wird somit zu einer Kernkompetenz der Arbeitgeber im Wettbewerb um gefragte Fachkräfte.“

Details zu den Studienergebnissen finden Sie unter http://ots.de/EEw5Y.

Arbeitsmotivation: Betriebsklima steht an erster Stelle

Grafik: ManpowerGroup Deutschland