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Azubi-Bewerber: Untersuchung widerlegt weit verbreitete Klischees

Foto: pixabay.com

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Von Helikopter-Eltern durch sämtliche Höhen und Tiefen der Berufswahl geflogen? Bei der Bewerbung zu 100 Prozent aufs Smartphone eingestellt? Wer an die heutige Azubi-Generation denkt, hat oft Bilder wie diese im Kopf. Die neue Ausgabe der Studie „Azubi-Recruiting Trends“ räumt mit einigen dieser Klischees auf und zeigt auf, wie die Einstellungen der Azubi-Bewerber in Deutschland tatsächlich aussehen. Für die von Prof. Dr. Daniela Eisele (HSBA Hamburg School of Business Administration) wissenschaftlich begleitete Untersuchung hat der Ausbildungsspezialist u-form Testsysteme 2.227 Azubis, Schüler und Ausbildungsverantwortliche befragt.

Mit und ohne Helikopter-Eltern

Treten in Azubi-Bewerbungsverfahren überall die viel zitierten überfürsorglichen Helikopter-Eltern auf den Plan? Viele Väter und Mütter üben tatsächlich einen starken Einfluss auf die Ausbildungsplatzwahl der Kinder aus. 51 Prozent der teilnehmenden Schüler und Azubis bestätigen ihren „starken“ oder „sehr starken“ Einfluss auf die Berufswahl, bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs sind es noch 41 Prozent.

Auch Ausbildungsverantwortliche berichten im Rahmen der Studie von überengagierten Eltern, die ihre Sprösslinge bei jedem einzelnen Bewerbungsschritt an die Hand nehmen. Auf der anderen Seite werden viele Azubi-Bewerber allein gelassen. „In den meisten Fällen gibt es nur die Extreme – entweder kümmern die Eltern sich sehr und begleiten ihre Kinder sogar zum Vorstellungsgespräch, oder sie kümmern sich gar nicht, was zum Beispiel die Bewerbungen zeigen“, schreibt ein Ausbildungsverantwortlicher.

Konservative Onliner

Auch der Blick auf die Medienpräferenzen der Azubi-Bewerber fördert Überraschendes zutage. Die heutige Generation der Schüler und Azubis ist auf der einen Seite so online-affin wie keine Generation vor ihr. Das zeigt sich zum Beispiel in der Einstellung gegenüber E-Learning-Formaten in der Ausbildung, die 73 Prozent der Azubi-Teilnehmer gut finden und gerne wahrnehmen möchten. Aber: Ausgerechnet in Hinblick auf die Bewerbungsformen sind Azubi-Bewerber zum Teil konservativer als die Ausbildungsbetriebe.