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Entgegen aller Unkenrufe: Der Bachelor lohnt sich

Foto: Ralph Daily via Wikimedia Commons.

Foto: Ralph Daily/flickr.com.

Vor 15 Jahren wurde in Deutschland der Bachelor als akademischer Abschluss eingeführt und noch immer herrscht bei vielen Arbeitgebern Skepsis, was die Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt angeht. So hadern zum Beispiel über die Hälfte der Unternehmen, die kürzlich vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu dem Thema befragten wurden, mit den allgemeinen Fähigkeiten der Bachelor-Absolventen.

Eine neue Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rettet nun die Ehre der Bachelor-Absolventen und räumt gleichzeitig mit einer Menge Vorurteile auf. Insbesondere zeigt die Untersuchung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, dass Bachelor-Absolventen – entgegen aller Unkenrufe – gute Aussichten haben, in der Wirtschaft Karriere zu machen.

Gehaltsdifferenz zum Master geringer als gedacht

Demnach führen Bachelor und Master in der Wirtschaft zu gleichermaßen guten Karriereperspektiven. Absolventen beider Abschlüsse steigen meist als Projektmitarbeiter ein und werden in der Hälfte der Fälle mit 30.000 bis 40.000 Euro jährlich auch gleich bezahlt. Bei den Unternehmen, die Masterabsolventen höhere Einstiegsgehälter bezahlen, liegt die Differenz meist bei unter zehn Prozent. Die Ergebnisse der Studie „Karrierewege für Bachelorabsolventen“ beruhen auf einer Befragung von 1.497 Unternehmen im Jahr 2014, bei der konkret Faktoren wie Gehalt, Einstiegspositionen und Entwicklungsmöglichkeiten von Bachelorabsolventen untersucht wurden.

Kein Hindernis für die Führungskarriere

Bei der Besetzung von Führungspositionen haben Bachelorabsolventen gute Chancen. Denn anders als in der Wissenschaft zählen in der Wirtschaft bei der Besetzung von Führungspositionen nicht die akademischen Grade, sondern zum Beispiel die Identifikation mit den Unternehmenszielen und die Leistungsmotivation. Das zeigte sich bereits in einer Befragung aus dem Jahr 2010 und wurde nun bestätigt.

Auch beschäftigen immer mehr Unternehmen Bachelorabsolventen, seit 2010 ist ihr Anteil um zehn Prozentpunkte auf 23 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu den Ergebnissen von vor vier Jahren haben Master- und sogar Doktortitel noch weiter an Bedeutung verloren: Bei der großen Mehrheit der Unternehmen gibt es keine Positionen, für die ein Masterabschluss zwingend erforderlich wäre. In über 80 Prozent der Unternehmen werden Bachelorabsolventen bereits als Projektleiter eingesetzt, in knapp 60 Prozent sogar als Bereichs- oder Abteilungsleiter.

„Die Lage ist eindeutig besser als die allgemeine Stimmung“, sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. „Die Befragung sollte auch ein Signal an die Hochschulen sein, Studierende zu ermutigen, den Sprung in die Berufspraxis bereits nach dem Bachelor zu wagen.“

Lebenslanges Lernen: Studium und Weiterbildung verzahnen

Den Unternehmen ist laut der Studie viel daran gelegen, ihre Mitarbeiter systematisch weiterzuentwickeln, etwa durch interne und externe Weiterbildungsangebote. Bei knapp der Hälfte der Arbeitgeber besteht die Möglichkeit, eine Teilzeitbeschäftigung für die individuelle Weiterbildung zu nutzen. Unterstützt wird von nahezu jedem zweiten Unternehmen außerdem die Teilnahme an Hochschulkursen, die mit einem Zertifikat abschließen. Ebenso viele Unternehmen sind bereit, ein berufsbegleitendes Masterstudium zu fördern.

„Damit berufsbegleitendes lebenslanges Lernen in Zukunft zum Normalfall wird, müssen die entsprechenden Studienmöglichkeiten ausgebaut und passgenau mit der Weiterbildung in den Unternehmen verzahnt werden“, sagt Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

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