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Coder braucht das Land! Fünf Projekte, die für qualifizierten IT-Nachwuchs sorgen

Die Hamburger Hacker School ist eine Initiative von drei erfahrenen Unternehmern aus der IT− und Medienbranche. die Jugendliche für das Programmieren begeistern soll.

Die Hamburger Hacker School ist eine Initiative von drei erfahrenen Unternehmern aus der IT− und Medienbranche, die Jugendliche für das Programmieren begeistern soll.

Den richtigen Filter für das Instagram-Foto finden? Einfach. Den kniffligsten Level des Smartphone-Spiels knacken? Kein Problem. Doch viele Jugendliche haben sich mit der Technik, die hinter diesen Anwendungen steckt, noch kaum beschäftigt. Der Großteil der 16- bis 18-Jährigen in Deutschland kann am Computer Fotos bearbeiten (85 Prozent). Deutlich weniger fühlen sich hingegen in der Lage, eigene Webseiten zu erstellen (26 Prozent) oder Programme zu schreiben (24 Prozent).

Qualifizierter IT-Nachwuchs wird allerdings in vielen Unternehmen dringend gesucht. Mit der „Code Week“ will die Europäische Union Jugendliche für die Technik hinter ihren Geräten begeistern. Wie das gelingen kann, zeigen fünf Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, mit dem die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank 2015 Projekte prämierte, die die Digitalisierung voranbringen.

1. Hacker School: Programmieren mit den Profis

Gleich sieben unterschiedliche Kurse veranstaltet die Hacker School während der „Code Week“. Die Hamburger Non-Profit-Initiative bietet jungen IT-Talenten die Möglichkeit, von erfahrenen Software-Experten, den sogenannten „Inspirern“, zu lernen. In den unterschiedlichen Kursen können Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren eigene Spiele programmieren, alte Hardware auseinandernehmen und Apps entwickeln. „Es ist immer wieder beeindruckend, auf welche kreativen Ideen unsere Teilnehmer in den Workshops kommen“, sagt Imke Nierhaus von der Hacker School. Auch die Vorkenntnisse, die einige der Jugendlichen mitbringen, überraschen die Inspirer. „Da gibt es Zwölfjährige, die bereits ganze Programmiersprachen können“, so Nierhaus.

2. open HPI: IT-Vorlesungen für alle

Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut ist mit zwei Veranstaltungen auf der „Code Week“ vertreten. Schon seit 2012 bietet das HPI sogenannte „Massive Open Online Courses“, kurz MOOC, für IT-Interessierte an. Die Zielgruppen reichen vom Fachpublikum, das sich mit der aktuellen Forschung vertraut machen will, bis zu Laien, die verstehen wollen, was hinter jenen Technologien steckt, die ihre Welt verändern. Für Motivation sorgen spielerische Elemente und die Vernetzung der Lernenden untereinander – und die sind zwischen 8 und 80 Jahre alt.

3. Open Roberta: Roboter zum Leben erwecken

„Wir wollen, dass Jugendliche und Kinder sich nicht nur als Nutzer verstehen, sondern auch selbst zu Gestaltern werden“, sagt Thorsten Leimbach, der das Projekt „Open Roberta“ am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS leitet. Mit der offenen grafischen Programmierplattform erwecken Jugendliche ihre selbstgebauten Roboter-Modelle zum Leben. Die Bedienung erfolgt ganz einfach über den Internetbrowser, sodass Lehrkräfte die Plattform ohne technische Hürden im Schulunterricht oder in außerschulischen Robotik-Workshops einsetzen können.

4. Hacking Box – Hardware für die Programmierer von morgen

Mit der Hacking Box unterstützt die Technologiestiftung Berlin außerschulische Initiativen, die Kinder und Jugendliche für digitales Experimentieren begeistern und ihnen einen kritischen Umgang mit den neuen Technologien vermitteln. In der Leih-Box enthalten sind verschiedene Hardwarekomponenten, die die Kreativität der Nachwuchsprogrammierer wecken.

5. #creativecoder{ – Kickstart in eine kreative IT-Karriere

Das [kre|H|tiv] Netzwerk Hannover bildet mit dem Traineeprogramm #creativecoder{ junge IT-Begeisterte in zwölf Monaten zu kreativen Programmier-Profis aus. Die Teilnehmer arbeiten jeweils vier Tage pro Woche in einem Partnerunternehmen und lernen dort ihr künftiges Berufsumfeld kennen. Freitags und samstags ergänzen sie ihr praktisches Wissen durch Theorie. Neben technischem Know-how stehen auch Projektmanagement und Kreativtechniken auf dem Lehrplan. So werden die Trainees auf einen Job an der Schnittstelle zwischen IT und Kreativwirtschaft vorbereitet.