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Das Vorstellungsgespräch – Ein bunter Strauß voller Überraschungen

Das Vorstellungsgespräch – Ein bunter Strauß voller Überraschungen

Quelle: Hays

Wenn Sie bereits einige Vorstellungsgespräche hinter sich haben, können Sie vielleicht bestätigen, dass kein Jobinterview dem anderen gleicht. Vertreter des zukünftigen Arbeitgebers möchten Sie kennenlernen und werden daher möglichst individuell mit Ihnen das Gespräch führen.

Das ist gut und wichtig! Dennoch folgen die meisten Vorstellungsgespräche einem roten Faden und einzelne Fragen werden häufig – wie in einem Schulaufsatz – zur Einleitung, eher zur Gesprächsmitte hin oder als fulminante Schlussformel gestellt.

Aufwärmübungen und locker werden!

Zur Einleitung werden Sie sicher gebeten, sich kurz vorzustellen und durch Ihren Lebenslauf zu führen. Das lockert die Gesprächsatmosphäre ein wenig auf. Immerhin kennen Sie sich am besten und können daher hoffentlich fließend durch Ihren Lebenslauf führen. Bereiten Sie sich also gut darauf vor.

Ein erster Tipp: Fangen Sie erst bei relevanten Stationen an, frühestens bei Ihrem Studium und vor allem, erklären Sie kurz das „Warum“ zu jeder Station. Wenn Sie Studienwahl, Jobwechsel oder Auslandseinsätze mit einem kurzen Satz erklären, hat das zwei Vorteile: Sie vermeiden Rückfragen Ihres Gegenübers und können gleichzeitig zeigen, dass Sie wesentliche Fakten prägnant und eloquent darlegen können.

Manchmal folgt hier auch die Frage, warum Sie sich gerade bei diesem Unternehmen beworben haben und/oder was Sie bereits über Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber wissen. Ebenfalls kein Problem für Sie, denn Sie haben sich ja auf der Unternehmenshomepage, über Social Media-Kanäle und die (Online-)Presse genau darüber informiert.

Eine gute Vorbereitung und ein kühler Kopf führen zum Erfolg

Sobald Sie die ersten „Aufwärmfragen“ beantwortet haben, wird sich das Gespräch fachlichen Themen zuwenden. Zum einen wird Ihre fachliche Qualifikation geprüft, zum anderen kann auch besprochen werden, was Sie sich unter der neuen Rolle vorstellen. Und natürlich, ob Sie auf eben diese Position passen. Je nach Interview-Stil kann das kompetenzbasiert/situativ, klassisch im Abfragemodus oder auch als Eignungstest erfolgen.

Vorbereiten können Sie sich fachlich auf Abfragen und Eignungstests, wie Sie es vom Studium oder einer Weiterbildung gewohnt sind. Als Experte auf Ihrem Gebiet kennen Sie sich ohnehin aus – frischen Sie Ihr Wissen auf und lesen Sie noch aktuelle (Fach-)Artikel.

Im situativ-kompetenzbasierten Interview werden fachliche und auch persönliche Kompetenzen anhand von zumeist vergangenheitsbezogenen Fragen beleuchtet. Ein Beispiel: Sie nennen im Anschreiben Zielorientierung als eine Ihrer Stärken. Die Frage hierzu kann lauten: „Was bedeutet es für Sie, zielorientiert zu arbeiten? Und wann haben Sie dies zuletzt unter Beweis gestellt?“

Auch Szenarien können hier aufgezeichnet oder spontane Aufgaben gestellt werden. Ich wurde beispielsweise gebeten, das Gewicht von Manhattan zu schätzen. Und ich bin im Personalwesen eingestellt worden. Hintergrund war gar nicht zu erfahren, ob ich schätzen kann oder nicht (kann ich nämlich nicht), sondern wie ich mir das Gewicht herleiten würde (Masse der Insel, Gewicht der Gebäude, der Einwohner etc.).

Bereiten Sie sich also gut vor, machen Sie sich Notizen zu möglichen Szenarien und vor allem: Bleiben Sie bei allen Fragen ruhig und denken Sie nach, bevor Sie antworten!

Ende gut, alles gut?

Sie haben den Großteil des Gespräches hinter sich gebracht und glauben sich schon auf der Zielgeraden. Doch jetzt kann es nochmal heikel werden. Gegen Ende kommen meist die gefürchteten Standardfragen, die auch Ihre Persönlichkeit beleuchten. Nicht nur der Klassiker „Stärken- und Schwächen-Profil“, sondern auch die scheinbar simple Frage nach Hobbies kann für Bewerber zur Hürde werden.

Wie immer gilt für alle Fragen meine Prämisse – ehrlich währt am längsten. Bleiben Sie authentisch und lernen Sie keine Standards auswendig. Wenn Sie sich allgemein gut vorbereiten, kommen Sie auch bei schwierigeren Fragen nicht so schnell ins Schwitzen. Wie schon Jack Youngblood, ehemaliger NFL-Spieler, sagte: „Good luck is a residue of preparation.”

 

Weitere Teile der Serie „Das Vorstellungsgespräch“ finden Sie auf dem Hays Blog: https://tinyurl.com/j374bv4

Autorin:
Katharina Hain
Department Manager Recruitment Management
HAYS Recruiting experts worldwide

Hays