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Unternehmen: Demografieorientiertes Personalmanagement noch immer die Ausnahme

Foto: wissenschaftsjahr/flickr.com.

Foto: wissenschaftsjahr/flickr.com.

Die Folgen der demografischen Entwicklung sind in vielen deutschen Unternehmen bereits heute spürbar. Knapp die Hälfte der Betriebe beklagt aktuell einen deutlichen Mangel an passenden Fachkräften. Und: In fast jedem zehnten Unternehmen sind über 40 Prozent der Mitarbeiter älter als 55 Jahre. Vor diesem Hintergrund überrascht, dass nur knapp jedes dritte Unternehmen ein demografieorientiertes Personalmanagement als strategisches Ziel erachtet und weniger als fünf Prozent der Firmen ein eigenes Budget hierfür bereitstellen.

Herausforderungen werden unterschätzt

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Demografie Exzellenz – Herausforderungen im Personalmanagement 2015“. „Obwohl der demografische Wandel vielfach in der Wirtschafts- und Arbeitswelt angekommen ist, werden die damit verbundenen Herausforderungen weiterhin stark unterschätzt“, so Prof. Dr. Uwe Schirmer, wissenschaftlicher Studienleiter und Professor für Personalmanagement und Mitarbeiterführung an der Dualen Hochschule Lörrach.

In vielen Unternehmen wird der demografische Wandel noch immer eher als Aufgabe im Bereich Unternehmenskultur gesehen und nicht als strategische Herausforderung. Gerade einmal 26,1 Prozent der befragten Unternehmen betreiben eine systematische Altersstrukturanalyse. Diese wäre wiederum die Voraussetzung für das Erarbeiten einer demografieorientierten Personalstrategie. Schwachstellen in der strategischen Personalplanung zeigen sich derzeit bei den teilnehmenden Unternehmen vor allem im Talentmanagement, bei systematischen Nachfolgeplanungen und beim zielgruppenspezifischem Personalmarketing.

Kleine Unternehmen punkten bei der Personalentwicklung

Wie zu erwarten, sind kleine Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten in den meisten Bereichen, die zu einem erfolgreichen Demografiemanagement gehören, schwächer aufgestellt als größere Arbeitgeber. Aber: In der Personalentwicklung und im Wissensmanagement zeigen sie sich auf der anderen Seite engagierter als größere Betriebe. Unternehmen mit mehr als 1.000 Arbeitnehmern schneiden dafür im Vergleich besonders gut im Gesundheitsmanagement ab und kümmern sich am stärksten um die Mitarbeiterbindung.

Kaum regionale Unterschiede

Und wie sieht es im regionalen Vergleich aus? Hier treten laut der Befragung kaum Unterschiede zutage. Obwohl zum Beispiel die östlichen Bundesländer bereits stärker vom demografischen Wandel betroffen sind, kann die Studie keine wesentlichen Unterschiede im Demografiemanagement zwischen den westlichen und östlichen Bundesländern ausmachen.