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Demografischer Wandel: Arbeitskräfte werden rar

Demografischer Wandel: Die Arbeitskräfte werden rar

Grafik: PwC PriceWaterhouseCoopers

Bis zum Jahr 2030 wird es in deutschen Firmen zirka 3,5 Millionen weniger Arbeitskräfte geben als heute. Das zeigt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und dem WifOR-Institut in Darmstadt zum Thema „Demografischer Wandel: In Deutschland werden Arbeitskräfte rar –
Berufs-, qualifikations- und branchenspezifische Analyse bis zum Jahr 2030“.

Die Digitalisierung allerdings könnte dazu beitragen, dass der Arbeitskräfteengpass nahezu halbiert wird. Dabei werden laut Einschätzung der Experten auch die Zuwanderung, stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen und auch höhere Renteneintrittsalter eine große Rolle spielen.

Sollte dies allerdings wider Erwarten nicht funktionieren, würde 2030 jede zehnte Arbeitsstelle in deutschen Unternehmen unbesetzt bleiben. „Es ist höchste Zeit, dass Unternehmen ihre Personalarbeit als strategische Aufgabe begreifen. Selbst wenn der Engpass an Arbeitskräften durch die Digitalisierung deutlich sinken sollte, werden die Arbeitgeber über alle Branchen hinweg um dieselben Qualifikationen werben: Akademiker, Spezialisten der Informations- und Kommunikationstechnologie und Absolventen der MINT-Studienfächer“, bewertet Petra Raspels, Vorstand Human Capital bei PwC Deutschland, die Situation.

Schlechte Aussichten für niedrig Qualifizierte

Demografischer Wandel: Die Arbeitskräfte werden rar

Foto: User:Steve Jurvetson – Wikimedia Commons – CC BY 2.0

Die fortschreitende Automatisierung wird laut Studie zu einem deutlichen Nachfragerückgang bei Tätigkeiten mit einem eher niedrigen Qualifikationsprofil führen:

Hilfsarbeiter, Fahrzeugführer und Bediener mobiler Anlagen werden es also künftig auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, denn viele ihrer Tätigkeiten übernehmen künftig Maschinen.

Top-Chancen für gehobene Fachkräfte und Akademiker

Im Vergleich zum Jahr 2008 wird sich bis 2030 die Nachfrage an akademischen und vergleichbar ausgebildeten Fachkräften in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) mit einem Anstieg von 97 Prozent nahezu verdoppeln.

Auch im kaufmännischen Bereich prognostizieren die Experten in der Fachkräftenachfrage ein Plus von 86 Prozent, sowie ebenfalls hervorragende Berufsaussichten für Betriebswirte (+70 Prozent), Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure (+69 Prozent) und Führungskräfte in der Produktion und bei speziellen Dienstleistungen (+66 Prozent).

Demografischer Wandel wird Engpässe in vielen Branchen hervorrufen

Demografischer Wandel: Die Arbeitskräfte werden rar

Grafik: PwC PriceWaterhouseCoopers

Nicht nur den Bereich Gesundheitswesen und Pharma, für den 2030 mehr als 300.000 Erwerbstätige benötigt werden, wird der Fachkräftemangel ereilen, auch die Automobilindustrie, die ITK-Branche und den Industrie-Sektor werden damit zu kämpfen haben. 35.000 Mathematiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler, gefolgt von 25.000 Metallarbeiter und 21.000 ingenieurtechnische Fachkräfte bedarf es nach Aussage der Automobil-Experten in knapp 15 Jahren.

Etwa 190.000 Mitarbeiter aus lehrenden Berufen werden im öffentlichen Sektor benötigt, sowie darüber hinaus auch 150.000 kaufmännische, 80.000 juristische, sozialpflegerische und kulturelle Fachkräfte.

Der Bedarf in der ITK-Branche wird auf 120.000 Akademiker ansteigen, im Bereich „Industrielle Produktion“ führen 110.000 ingenieurtechnische Fachkräfte die Liste der am meisten gesuchten Mitarbeiter im Jahr 2030 an.

War for talents wird sich deutlich verschärfen

Im Hinblick auf die erwarteten Engpässe auf dem deutschen Arbeitsmarkt sollten sich Unternehmen nach Meinung der PwC-Experten nicht nur damit beschäftigen, wie die benötigten Mitarbeiter künftig gewonnen werden, sondern auch, wie sie die bereits beschäftigten Mitarbeiter eng an das Unternehmen binden können.

„Der Wettbewerb wird sich drastisch verschärfen. Unternehmen werden immer häufiger versuchen, mit gezielten Anreizen auch vertraglich gebundene Fachkräfte bei anderen Unternehmen abzuwerben. Speziell für die Bindung junger Akademiker wird die betriebliche Altersversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnen, vor allem weil sich durch die demografische Entwicklung auch die staatlichen Rentenbezüge weniger aussichtsreich entwickeln werden. Können Unternehmen diesen Anreiz mit einem intelligenten Weiterbildungssystem im Unternehmen kombinieren, werden sie im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter deutliche Vorteile haben“, bilanziert Petra Raspels.

Demografischer Wandel: Die Arbeitskräfte werden rar

Grafik: PwC PriceWaterhouseCoopers

 

Die ausführlichen Studienergebnisse werden Ihnen auf Anfrage elektronisch zugesandt.