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Die MINT-Lehrer werden knapp

Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. | Ort: Heinz Nixdorf MuseumsForum.

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Bereits heute tun sich viele Unternehmen schwer, den passenden Nachwuchs aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu finden und frei werdende Stellen schnell nachzubesetzen. Und die Nachfrage nach naturwissenschaftlich und technisch ausgebildeten Akademikern wird in Zukunft noch weiter zunehmen. Der MINT Herbstreport 2014 des Instituts der deutschen Wirtschaft prognostiziert den jährlichen Ersatz- und Expansionsbedarf an MINT-Akademikern auf über 110.000 in den Jahren 2018 bis 2022.

Schon die Jüngsten begeistern

Um diese Lücke zu schließen, müssen schon die Jüngsten konsequent an die entsprechenden Fächer und Themen herangeführt und für eine Zukunft in Naturwissenschaft und Technik begeistert werden. Doch: Schon heute fehlen hierfür die Lehrer. Vor allem bei jungen Frauen ist wenig Interesse vorhanden, in diesem Bereich zu arbeiten.

In den nächsten zehn Jahren könnte sich die Zahl der Lehrer für Fächer wie Mathematik, Biologie, Physik und Chemie an den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland halbieren. Damit werde sich der ohnehin in diesen Fächern schon grassierende Lehrermangel noch weiter verschärfen, heißt es in einer Prognose des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm.

Der Experte hatte aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW über MINT-Fachlehrer ausgewertet, aber tendenziell gelte die in NRW festgestellte Entwicklung für ganz Deutschland, so der Professor. Trotz des Mangels an Fachlehrern seien einzelne Schulen sogar überversorgt. Dort könnten Lehrer beispielsweise Mathe oder Physik unterrichten, würden aber vor allem in anderen Fächern eingesetzt. „Das Potenzial liegt brach“, betonte Klemm.

Bald zwei Bewerber auf zehn Stellen

In NRW arbeiten derzeit rund 52 000 MINT-Lehrer an weiterführenden Schulen. Die meisten sind laut der Erhebung aber bereits über 50 Jahre alt und schieden bis zum Schuljahr 2025/26 aus dem Beruf aus. Besonders im Fach Chemie kämen dann auf zehn neu zu besetzende Stellen lediglich zwei Bewerber.

Als Grund für den Mangel sieht der Wissenschaftler die hohe Abbrecherquote unter Lehramtsstudenten, weil die Betreuung schlecht sei, wie Klemm sagte. Zudem wollten zwar überwiegend junge Frauen Lehrerin werden, interessierten sich aber kaum für die MINT-Fächer.

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