Menü

Elektroingenieure: Erster Job nach weniger als fünf Bewerbungen

Foto: VDE.

Foto: VDE.

Junge Elektroingenieure sind gefragt und machen dementsprechend schnell Karriere nach dem Studium. Das hat der VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) herausgefunden, der für die Studie „Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik 2015“ mehr als 200 Young Professionals zu verschiedenen Themen rund um ihren Berufseinstieg befragt hat.

Insbesondere, was den schnellen Einstieg in den Job angeht, kann sich das Ergebnis im Vergleich mit anderen Branchen durchaus sehen lassen: 53 Prozent der befragten Hochschulabsolventen haben bis zum Berufsstart weniger als fünf Bewerbungen verschickt und hatten spätestens nach drei Vorstellungsgesprächen ihren ersten Arbeitsvertrag in der Tasche.

Bei der Wahl ihrer Tätigkeit setzen die Young Professionals insbesondere auf die Zukunftstechnologien: 23 Prozent aller Befragten arbeiten im Bereich „Smart Grid“, knapp ein Fünftel bewegt sich auf dem Arbeitsfeld der E-Mobility (19 Prozent), im Bereich der Medizintechnik sind 15 Prozent und im Bereich Industrie 4.0 rund 14 Prozent der Befragten tätig. 12 Prozent ordnen ihre Tätigkeit dem „Smart Home“ zu, 9 Prozent beschäftigen sich mit „Smart Cities“.

Ingenieurberuf erfordert hohen Einsatz

Die Arbeit als Ingenieur erfordert in vielen Fällen eine überdurchschnittliche Verfügbarkeit, häufige Überstunden und Wochenendarbeiten: Rund ein Viertel der Befragten stimmt dieser Aussage voll und ganz zu (24 Prozent). Auch wenn Familie und Freunde fast allen Befragten wichtiger ist als die Karriere (41 Prozent stimmen hier voll und ganz zu, 52 Prozent mehr oder weniger), akzeptieren 81 Prozent, ihr Privatleben einschränken zu müssen, um beruflich voranzukommen. Allerdings sind nur 12 Prozent der Meinung, dass sie ihre sozialen, familiären Bedürfnisse nicht mit beruflichen Pflichten in Einklang bringen können. Die Motivation der Young Professionals, sich für die Karriere zu engagieren, ist hoch: Rund elf Tage im Jahr nehmen die Befragten durchschnittlich an internen und externen Weiterbildungsveranstaltungen teil.

Identifikation mit der Tätigkeit an erster Stelle

Eine Tätigkeit, mit der man sich gut identifizieren kann, stand für 64 Prozent der Bewerber bei der Suche nach einem Arbeitsplatz an erster Stelle. Ein angenehmes Arbeitsumfeld mit netten Kollegen halten 60 Prozent für sehr wichtig. Zudem sollte ihnen ihr künftiger Arbeitgeber eine langfristige Perspektive bieten können (53 Prozent). Flexible Arbeitszeiten sind für 44 Prozent der Befragten sehr wichtig. In einem internationalen Umfeld zu arbeiten, ein überdurchschnittliches Gehalt zu beziehen und vom Arbeitgeber beim Thema Kinderbetreuung unterstützt zu werden, stufen jeweils nur etwa 15 Prozent der Befragten bei der Suche nach einem Job als sehr wichtig ein.

Auslandseinsätze hoch im Kurs

Die Bereitschaft für einige Zeit ins Ausland zu gehen, ist bereits bei Studierenden hoch. Vor dem Jobeinstieg hat fast die Hälfte (48 Prozent) ein Praktikum im Ausland absolviert, davon die meisten in den USA. Insgesamt haben 16 Prozent der Befragten ein Auslandssemester eingelegt. Berufserfahrungen im europäischen Ausland oder in den USA zu sammeln und dafür wenn nötig auch die Familie mitzunehmen, können sich mehr als die Hälfte der Young Professionals vorstellen. Für 41 Prozent der Befragten käme ein beruflicher Aufenthalt in Asien in Betracht. Zu weiteren beliebten Ländern zählen Australien, Kanada und Neuseeland. Auch die süd- und mittelamerikanischen Staaten sind für einige attraktiv.