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Erfolgreich ohne Stress: Gelassenheitstrainer Christian Bremer im Interview

Copyright - Polichronis Moutevelidis - Unternehmensfotografie DortmundUnter dem Motto „Erfolg braucht Gelassenheit“ coacht Christian Bremer seit zwanzig Jahren Unternehmer und Führungskräfte. Auf der job and career at CeBIT, der job and career at HANNOVER MESSE und der job and career at CeMAT wird er im kommenden Jahr den Messebesuchern seinen Ansatz vom stressbefreiten Arbeiten näherbringen.

Auf der Themenliste ganz oben: Mentale Stärke, Burn-Out-Prävention und Stressreduktion. Versetzt mit einer guten Prise Humor gibt der Gelassenheitstrainer seinen Zuhörern konkrete Tipps an die Hand, wie sie ihren Berufsalltag entspannter angehen und sich gerade dadurch besser auf ihre eigentlichen Ziele konzentrieren können.

Im Gespräch mit uns erklärt Christian Bremer, woran man erkennt, dass der Stress zu viel wird und welche Methoden es gibt, um den Stresspegel entsprechend zu reduzieren.

Herr Bremer, Stress ist ja immer auch eine relative Empfindung und positiver Stress kann sogar eine gute Sache sein. Wie merkt man, dass die Grenze überschritten ist und der Stress ungesund wird?

Dies ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Worauf geachtet werden kann, sind die Gefühle, die eine Person häufig empfindet. Wenn Sie regelmäßig bereits mit Magenschmerzen zur Arbeit fahren, selten gut schlafen und häufig Kopfschmerzen haben, sind das Anzeichen, die zum Handeln auffordern. Daher ist Stress meines Erachtens ein Weckruf: „Halte inne und überlege was du tun und verändern kannst, um dich zukünftig wohler zu fühlen“.

Warum sind heutzutage überhaupt so viele Menschen andauernd gestresst?

In der Regel ist es eine Mischung verschiedener Ursachen, die Stress auslösen. Häufig kommen ganz verschiedene berufliche und private Ursachen zusammen, die sich dann gegenseitig negativ verstärken. Außerdem hat die Geschwindigkeit in unserer Arbeitswelt enorm zugenommen. Ein Beispiel: Wenn eine Firma 1985 noch 31 Tage benötigte, um eine Werbebotschaft in der Welt zu verbreiten und das heute innerhalb von 31 Sekunden geschieht, dann hat das Auswirkungen! Wenn jemand aufgrund der Globalisierung in drei Zeitzonen arbeitet, morgens um 3 Uhr für eine Telefonkonferenz aufsteht und dann bis abends um 20 Uhr arbeitet, ist das auf Dauer eine zu hohe Energieleistung. Wir Menschen müssen lernen, mit solchen Bedingungen umzugehen. Denn dagegen sperren können wir uns nicht.

Klingt, als ob viele unserer Stressfaktoren auch hausgemacht sind. Aber was sagen Sie zum Beispiel einem IT-Projektleiter, bei dem ganz real ein Meeting das nächste hetzt und der E-Mail-Eingang aus allen Nähten platzt? Das sind ja oft Faktoren, die der Einzelne gar nicht steuern kann.

Ich bin davon überzeugt, dass es die eine Lösung nicht gibt. Und ich bin auch davon überzeugt, dass es für jeden eine Lösung gibt. Dies hat viel mit ausprobieren zu tun. Unter akutem Stress ist die oberste Maxime, erstmal gar nichts zu tun. Ansonsten kann es zu Äußerungen oder Handlungen kommen, die fehlerhaft sind und alles noch schlimmer machen. Hier lautet das innere Kommando an sich selbst: „Stopp!“ „Atmen!“ „Lächeln!“. Danach kann sich der Projektleiter überlegen, ob er etwas ansprechen kann, was seine Arbeit erleichtern würde, aktuelle Prioritäten setzen und so weiter. Außerdem kann er auch dafür sorgen, seinen grundsätzlichen Stresspegel zu reduzieren. Beispielsweise könnte er hierfür mehrmals am Tag für eine Minute nichts tun, außer die Augen zu schließen und sich zu fragen: Wie geht es mir? Was kann ich tun, um mich besser zu fühlen? Wenn es dafür keinen ruhigen Ort gibt, bietet sich hierfür immer das „stille Örtchen“ an.

Warum fällt es denn vielen Menschen so schwer, auch einmal Nein zu sagen?

Weil wir es nicht gelernt haben und unser Verstand uns die schlimmsten Horror-Szenarien vor Augen führt. Obwohl das wunderbare Motto gilt: „Ein Nein zum anderen ist ein Ja zu sich selbst“. Die Angst vor den möglichen Folgen hält uns davon ab, das zu tun, was wir in dem Moment eigentlich tun wollen: auch mal Nein sagen. Hier gilt es, inne zu halten und sich zu fragen: Was will ich? Dann kann es hilfreich sein, sich Bedenkzeit zu erbitten (was die meisten dann den nächsten fragen lassen) oder eine andere Lösung vorzuschlagen („Das kann auch Herr X machen“ oder „Das kann ich machen, allerdings erst am Freitag. Nur so kann ich in der von Ihnen gewünschten Qualität liefern“).

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