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Fit für die Zukunft – Diese Fähigkeiten sollten Arbeitnehmer jetzt erwerben

Foto: pixabay.com.

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Technologie durchdringt alle Lebens- und Arbeitsbereiche, und das immer schneller. Um in Zeiten des digitalen Wandels mithalten zu können, sind vor allem Fertigkeiten im Wissensmanagement und in der Datenanalyse gefragt. Und auch, wer sich bereits in Schnittstellenfunktionen bewiesen hat, ist für die Arbeit der Zukunft gut aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Business-Netzwerks LinkedIn unter deutschen Geschäftsführern und Personalern. Im Zuge der Studie sollte auch die Frage beantwortet werden, welche Fähigkeiten in den nächsten zehn Jahren am meisten an Wichtigkeit hinzugewinnen werden. Hier sehen die HR-Profis Change-Management-Fertigkeiten, ein grundlegendes Verständnis für Programmierung und Interkulturelle Kompetenz auf den vorderen Plätzen.

Gefragte Fertigkeiten heute und in zehn Jahren – ‚Hard Skills‘ und soziale Kompetenzen

Bei den Hard Skills ist und bleibt Wissensmanagement die gefragteste Qualifikation (über 90 Prozent der Entscheider bewerten sie mit „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“), Schnittstellenfähigkeiten bzw. cross-funktionale Fertigkeiten sind die gefragtesten sozialen Kompetenzen (heute 77,3 Prozent, in zehn Jahren 83,4 Prozent). Datenanalyse- und Interpretationsfähigkeiten (85,7 Prozent/86,5 Prozent) und Projektmanagement (70 Prozent/70 Prozent) stehen bei den Hard Skills auf Platz zwei und drei, bei den sozialen Fähigeiten sind es Führungskompetenz (72,8 Prozent/81,4 Prozent) und Unternehmergeist (73,3 Prozent/81,4 Prozent). Change Management gewinnt stark an Bedeutung über die nächsten zehn Jahre (von 51,6 Prozent auf 62,4 Prozent). Allgemeine Digitalkompetenz (39,1 Prozent/49,8 Prozent) und ein Verständnis für Programmierung (27,5 Prozent/43 Prozent) holen ebenfalls stark auf – auch in diesen Bereichen lohnt es sich also für Mitarbeiter, sich fort- und weiterzubilden. Unternehmen scheinen zudem mit einer deutlichen Internationalisierung des Geschäfts zu rechnen: Interkulturelle Kompetenz springt bei den sozialen Kompetenzen, die die Personaler in Zukunft als wichtig erachten, vom vorletzten auf den fünften Platz (56,1 Prozent/71,7 Prozent).

Der ‚Skills Gap‘: Lücken in Angebot und Nachfrage

Zusätzlich zur Studie hat LinkedIn analysiert, welche Fähigkeiten Mitglieder in ihren eigenen Profilen angeben. Unter den Top-100 Fähigkeiten der mehr als sechs Millionen DACH-Mitglieder fehlen „Wissensmanagement“, „Kreativität“, „Netzwerkfähigkeit“ und „Entscheidungsfähigkeit“ – alles Eigenschaften, die mindestens 60 Prozent der Entscheider heute und in Zukunft für wichtig halten. Schnittstellenerfahrung, Unternehmergeist, Change Management und Interkulturelle Fertigkeiten tauchen erst im unteren Drittel der Liste auf. „Arbeitgeber sollten die in unserer Studie identifizierten Fähigkeiten in ihren Profilen, Lebensläufen und Bewerbungen offensiv bewerben“, so Alexandra Kolleth. „Das können Türöffner zu neuen Möglichkeiten sein“.

Das tun Arbeitgeber, das brauchen sie

Um für die Zukunft bestmöglich aufgestellt zu sein, lassen Arbeitgeber ihre Angestellten nicht allein: Knapp ein Drittel (27,6 Prozent) investiert aktiv in die Fort- und Weiterbildung von Fachkräften, um sie für den (digitalen) Wandel fit zu machen (Großunternehmen mit 500+ Mitarbeitern: 44 Prozent). Etwa ein Fünftel der Befragten (21,8 Prozent) tut sich allerdings schwer damit, geeignete Trainer für die neuen Fähigkeiten zu finden. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass der Markt durchaus Fachkräfte mit den gesuchten Fertigkeiten zu bieten habe („schwer zu finden“: nur 30 Prozent). Diese sind 49,8 Prozent der Befragten aber zu teuer. Über die Hälfte (50,9 Prozent) gaben zudem an, dass sie es schwierig fänden, die tatsächlichen Fachkompetenzen der möglichen Kandidaten zu überprüfen. Eine Lösung für dieses Problem sieht das Portal unter anderem in der Bestätigung der Kompetenzen durch andere Nutzer: „Auf LinkedIn können Arbeitnehmer ihre Fähigkeiten nicht nur listen – Menschen aus deren Netzwerk können sie auch verifizieren. Weil dies meist durch Kollegen auf derselben Karrierestufe oder durch Vorgesetzte geschieht, bieten solche oder andere Empfehlungen eine wertvolle Orientierung für Arbeitgeber“, so Kolleth.