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Gender-Studie: Teilzeitarbeit als Karrierebremse für Frauen

Poster: We Can Do It! Gender - Studie von StepStone

Foto: Pixabay.com

Heute ist Internationaler Frauentag. Jedes Jahr am 8. März stehen zahlreiche Organisationen weltweit für eine vollständige soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Gleichstellung von Frauen ein. Pünktlich zu diesem Termin legt StepStone eine Studie vor, die sich unter anderem mit den Wünschen der Frauen in puncto Arbeitszeit beschäftigt:

Die Jobbörse hat sowohl weibliche als auch männliche Fachkräfte zu ihrem Karriereverlauf und ihrer Einstellung zu den Themen Personalverantwortung und Führung, Arbeitszeitenmodelle, Zusammenarbeit sowie Bewerbungsverhalten befragt.

Der Internationale Frauentag 2016 steht unter dem Motto „Pledge For Parity“ (Zusicherung von Gleichheit). Obwohl Deutschland als aufgeschlossener Staat die Gleichstellung von Mann und Frau propagiert, ist diese im Berufsleben noch lange nicht angekommen. Nicht nur die Gehälter unterscheiden sich massiv, auch die Arbeitsbedingungen und Karrierevoraussetzungen sind für Frauen, die neben dem Beruf auch noch Familie haben möchten, nicht gerade ideal.

Vollzeit birgt großes Potential bei weiblichen Fachkräften

In einer Befragung von mehr als 15.000 Fach- und Führungskräften, mit einem gleichwertigen Anteil von Männern und Frauen, hat die Online-Jobbörse StepStone herausgefunden, dass fast jede dritte weibliche Fachkraft in Deutschland Vollzeit arbeiten würde, wenn sich die Kinderbetreuung optimal organisieren ließe. Das sind StepStone-Schätzungen zufolge allein unter Fachkräften bis zu eine Million Frauen.

„Jeder zweite Hochschulabsolvent ist heute weiblich. Nie war der Anteil hochqualifizierter Frauen in Deutschland so hoch wie heute. Doch viele Frauen arbeiten familiär bedingt nur in Teilzeit“, erklärt StepStone Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers. „Gelänge es, dieses kostbare Potenzial für den Arbeitsmarkt zu nutzen, wäre das ein Meilenstein im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Unternehmen und Frauen profitieren gleichermaßen, wenn weibliche Fachkräfte ihre Karrierewünsche besser umsetzen können.“

Familiengründung blockiert Frauen in beruflicher Weiterentwicklung

Die StepStone Studie zeigt auch, dass Familiengründung und Teilzeitarbeit absolute Karrierebremsen für Frauen sein können: Mehr als jede zweite hatte laut Befragung schon einmal den Eindruck, in ihrer beruflichen Entwicklung gegenüber Vollzeitbeschäftigten benachteiligt worden zu sein. Auch Elternzeit wirkt sich offenbar negativ auf den Karriereweg von Frauen aus. Das gaben 45 Prozent der weiblichen Fach- und Führungskräfte an.

Ganz anders bei den Männern: Die große Mehrheit spürt keine Nachteile aufgrund ihrer familienbedingten Auszeit. Diese fällt bei Männern allerdings auch bedeutend kürzer aus – sofern sie überhaupt Elternzeit nehmen.

Gender - Studie: Teilzeitarbeit als Karrierebremse für Frauen - Grafik von StepStone

Grafik: StepStone

2 Kommentare

  1. Wie sieht eine „optimale Kinderbetreuung“ aus?

    • „Optimale Kinderbetreuung“ soll meiner Auffassung nach nicht heißen, dass Kinder länger in die Kita oder Schule sollten, also mehr „fremd betreut“ werden sollten.
      Ich glaube es bedeutet vielmehr, dass durch eine neue Art des Arbeitens und größere Flexibilität im Job, wie im Artikel angedeutet, die Kinderbetreuung wieder mehr in den Händen (bei)der Eltern liegen könnte.

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