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Geschlechterrollen: Karriere zunehmend eine Frage des Wollens

Foto: pixabay.com.

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Die traditionelle Rollenverteilung von Mann und Frau scheint sich auch in der Generation Y fortzusetzen: Männer sind eher karriereorientiert, Frauen legen Wert auf ein gutes Arbeitsklima und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Doch es gibt auch Anzeichen, dass die Geschlechterrollen im Wandel begriffen sind: Männer wie Frauen der Generation Y sind leistungsorientiert und ambitioniert zugleich – und sie streben an, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Welche Ziele und Wertvorstellungen männlichen und weiblichen Vertretern der Generation Y wichtig sind, zeigt eine aktuelle Studie des Kienbaum Institut@ISM für Leadership & Transformation. Dazu wurden rund 600 Hochschulabsolventen befragt. Die Ergebnisse zeigen: Auf der einen Seite werden auch in der Generation Y traditionelle Geschlechterrollen fortgeschrieben, auf der anderen Seite brechen sowohl Männer als auch Frauen aus diesen stereotypen Rollen aus.

Karriereambitionen sind heute eine Frage des Wollens

Karriereorientierung ist zwar immer noch mehrheitlich Männersache: Zwei Drittel der Studienteilnehmer aus der Generation Y, die sich der Gruppe der Karriereorientierten zuordnen lassen, sind Männer, nur ein Drittel ist weiblich. Hingegen wird die Gruppe der sogenannten erlebnisorientierten Berufseinsteiger von Frauen dominiert: 64 Prozent der Befragten, die dieser Gruppe angehören, sind weiblich, 36 Prozent männlich. Diese erlebnisorientierten Vertreter der Generation Y streben zwar ebenfalls eine Karriere an, allerdings unter der Bedingung, dass das Arbeitsklima angenehm und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet ist.

„Besonders interessant sind die Ergebnisse, die die klassischen Stereotype durchbrechen, also das Drittel der karriereorientierten Frauen, die dafür auch Familie und Freunde hintenanstellen. Ebenso das Drittel der erlebnisorientierten Männer, denen die Vereinbarkeit von Job und Familie ein großes Anliegen ist. Dies zeigt, dass zwar auch in der Generation Y noch klassische Rollenmuster zu finden sind, dass Karriere aber immer mehr zu einer Frage des Wollens wird. Es gibt junge Frauen, die Karriere wirklich wollen und junge Männer, denen sie nicht wichtig ist“, sagt Prof. Dr. Julia Frohne, Leiterin der Studie und Akademische Direktorin des Kienbaum Institut@ISM.

Neue Gemeinsamkeiten: Sinnsuchende mit Fokus auf die Familie

Jeder neunte Absolvent schaut eher unsicher in die berufliche und private Zukunft: Diese Gruppe der sogenannten Orientierungssuchenden besteht zu 54 Prozent aus weiblichen und zu 46 Prozent aus männlichen Vertretern der Generation.

Auch in der Gruppe der Ambitionierten, die sowohl Karriere machen als auch eine Familie gründen wollen, sind mit 48 zu 52 Prozent in etwa gleich viele Frauen wie Männer vertreten. „In dieser zahlenmäßig größten Gruppe teilen Männer und Frauen also die gleichen Ziele und Wertvorstellungen und wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das könnte die Basis sein für mehr Frauen in Führungspositionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten“, sagt Frohne und ergänzt: „Für die Unternehmen heißt das: Ein sensibler Umgang mit Rollenkonzepten und das Aufbrechen von Stereotypen kann zu einem Wettbewerbsvorteil werden. Junge Frauen und Männer achten verstärkt darauf, in welchen Unternehmen sie ihre Wertvorstellungen verwirklichen können und wo man sie und ihre unterschiedlichen Ambitionen ernst nimmt, unabhängig von ihrer Geschlechterzugehörigkeit.“

2 Kommentare

  1. Wir reden hier von sich auflösenden Stereotypen und der Text strotzt nur so vor Stereotypen, das passt in meinen Augen überhaupt nicht zusammen. Es gibt viele Menschen da draußen, die brauchen ihr Leben nicht aufteilen in Job und Familie und müssen diese auch nicht vereinbaren, weil sie keine Familie haben.

    Ebendiese Familienfixierung zeugt davon, dass wir noch lange nicht den klassischen Mustern entkommen, auch wenn Männer und Frauen sich annähern steht immer alles unter dem Banner „seit fruchtbar und mehret euch und zwar bitte ganz klassisch als Familie“.

    Es ist mir ehrlich gesagt egal, was meine Mitarbeiter in Ihrer Freizeit machen, hauptsache sie haben eine, ob sie nun Kinder zeugen und Häuschen bauen, durch Südamerika reisen und bei Indianern selbsterfahrungen erleben oder schlicht faul auf der Couch liegen und Fern sehen oder zocken, was geht mich das an.

    Die Vereinbarkeit zwischen Arbeit und Erholung sollte das Ziel sein, der Rest geht mich nichts an. Und ist davonab auch ziemlich von gestern.

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