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Weiblich, jung, erfolgreich: Online-Gründerin Patrizia Faschang verrät ihre Start-up-Strategie

Die Jungunternehmerin Patrizia Faschang. Foto: Alois Furtner.

Die Jungunternehmerin Patrizia Faschang. Foto: Alois Furtner.

110 Unternehmen am Tag wurden 2014 in Österreich gegründet. Das waren insgesamt 28.490 und damit 277 mehr als im Vorjahr. Trotz des erfreulichen Anstiegs haben bei den Unternehmensgründungen aber noch immer klar die Männer die Nase vorne. Nur 43,5 Prozent der Gründer und Gründerinnen in Österreich waren 2014 laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) Frauen. Eine, die es geschafft hat, ist die Online-Unternehmerin Patrizia Faschang. Als Keynote-Sprecherin bei job and career for women wird sie am 18. September im Rahmen eines umfangreichen Vortragsprogramms über ihren Werdegang und ihr Erfolgsrezept sprechen.

Nach ihrem Studium zog es die frischgebackene Marketing- und Electronic-Business-Fachfrau zurück in ihre Heimat im oberösterreichischen Altheim. Das Ziel: Vor Ort den Traumjob finden. Die Aussichten: durchwachsen. Nachdem sie feststellen musste, dass zu ihrer Qualifikation passende Jobs in der Region eher rar gesät sind, machte sie sich mit webdots, einer Full-Service-Agentur für Marketing und Websolutions, selbstständig.

In kleinen, aber konsequenten Schritten zum Ziel

Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung war klar, dass sie damit genau den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Das Auftragsvolumen war bereits so hoch, dass sie, zunächst auf geringfügiger Basis, den ersten Angestellten an Bord holen konnte. Mittlerweile ist das Team auf zwei feste Mitarbeiter und eine Auszubildende angewachsen. Im November 2013 kürte sie das Netzwerk „Frau in der Wirtschaft“ zur Unternehmerin des Monats. Zusätzlich zur Arbeit in ihrer Agentur betreibt Faschang seit 2014 außerdem den Blog www.gruenderblog.at, der anderen Jungunternehmern Tipps und Tricks für den erfolgreichen Einstieg bietet.

In ihrem Keynote-Vortrag wird sie den Messebesuchern mehr darüber verraten, wie es auch anderen engagierten Frauen, die eine gute Geschäftsidee haben, gelingen kann, in kleinen, aber konsequenten Schritten zum Ziel zu kommen. „Wenn man sich wirklich selbstständig machen möchte in einem Bereich, ist die erste Voraussetzung, dass man die Tätigkeit auf jeden Fall gerne machen und Spaß daran haben muss. Und natürlich sollte jede Gründerin hinter ihrer Idee stehen. Dann kann sie meiner Meinung nach auch alle Hürden überwinden“, ist Patrizia Faschang überzeugt.

Etwas schaffen und auch stolz darauf sein

Dass es dennoch so viele Frauen gibt, die sich den Weg ins Unternehmertum nicht zutrauen, hat laut Faschang viele Gründe. Viele Frauen trauten sich zum Beispiel immer noch nicht, aktiv zu netzwerken und hierbei auch offensiv ihre Interessen zu verfolgen. „Männer machen das viel intensiver und auch viel selbstverständlicher. Ich bin zum Beispiel in einem Business-Netzwerk aktiv, in dem wir ganze zwei Frauen sind – und 17 Männer“, so die Unternehmerin. „Im Grunde genommen wagen sich viele Frauen einfach immer noch nicht zu sagen, dass sie etwas können, etwas geschafft haben und auch stolz darauf sind.“

Auf der anderen Seite sieht die Jungunternehmerin aber auch viele Eigenschaften, die gerade Frauen den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern: „Was vielen Frauen hilft, ist zum einen ihr Organisationstalent, also das Managen im eigentlichen Sinne des Wortes. Und ich glaube, Frauen machen sich einfach mehr Gedanken und reflektieren viele Dinge intensiver. Auch das ist eine wichtige Eigenschaft, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen.“

Neben den großen grundsätzlichen Fragen spricht sie in ihrem Vortrag auch über die vielen kleinen Herausforderungen, die sie auf dem Weg zur erfolgreichen Gründerin gemeistert hat: Vom Hereinwachsen in die anfangs neue Rolle als Personalverantwortliche über die Kunst, sich als Frau in schwierigen Kundengesprächen zu behaupten bis hin zu der Frage, warum es gerade als Gründerin so immens wichtig ist, Feedback zu geben und annehmen zu können.