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Ich wär so gerne Millionär …

Ich wär so gerne Millionär …

Quelle: Hays

Immer wieder eine spannende Frage bei der Karriereberatung ist das gesamte Thema rund um das Gehalt. Soll ich meine Gehaltsvorstellungen schon im Anschreiben nennen? Soll ich im Gespräch nach meinem zukünftigen Gehalt fragen? Wie stelle ich sicher, dass ich nicht übervorteilt werde? Oder dass ich mich durch zu hohe Anforderungen aus dem Prozess schieße? Fragen über Fragen!

Schon im Anschreiben den richtigen Rahmen setzen

Zunächst denke ich, dass die Gehaltsvorstellungen dann in ein Anschreiben gehören, wenn die Stellenausschreibung dies verlangt. Geben Sie hier dann auch gerne einen (nicht zu großen) Verhandlungsspielraum an. Denn auch wenn die Positionen gleich benannt sein mögen: Unterschiedliche Unternehmen haben auch unterschiedliche Gehaltsstrukturen. Oder Sie nennen einen Betrag und fügen ein „Verhandlungsbasis“ hinzu. Zudem empfehle ich eine Jahresgehaltsangabe zu machen, in der variable Anteile oder etwaige monetäre Zusatzleistungen bereits mit eingerechnet sind. Bittet die Stellenausschreibung nicht um eine Gehaltsangabe, sollten Sie dieses Thema auch erst im Vorstellungsgespräch ansprechen.

Die Stunde der Wahrheit – Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch sollten Sie erst gegen Ende– sofern es von Ihren Gesprächspartnern nicht ohnehin aufgegriffen wird – nach dem Gehalt fragen. Schließlich gehen Sie ja nicht nur aus altruistischen Gründen arbeiten. Ich finde es immer wichtig, dass mir Bewerber diese Frage stellen. Sie signalisiert mir auch weiterführendes Interesse an der Position.

Welchen Betrag aber geben Sie im Anschreiben oder im Gespräch an? Zum einen können Sie sich – sofern vorhanden – an Ihrer aktuellen Position und deren Gehaltsgefüge orientieren. Überlegen Sie sich, was Sie sich wert sind, d. h.: Kommen gegebenenfalls Mehrkosten durch einen weiteren Anfahrtsweg, höhere Miet- und Lebenshaltungskosten durch einen Umzug oder geringere Aufwände für eben Genanntes auf Sie zu? Haben Sie im neuen Job Chancen, die Sie im alten Job nicht hatten? Gibt es potenziell interessante Zusatzleistungen? All das sollten Sie in Ihre Berechnungen mit einbeziehen. Als Faustregel gilt: Bei einem Positionswechsel können Sie je nach Unternehmen im Schnitt mit 10 % bis 15 % mehr Gehalt rechnen.

Starten Sie gerade ins Berufsleben, sind ähnliche Gedanken hilfreich. Der Aufwand für die Lebenshaltungskosten plus Ihre Karrierechancen ergibt Ihr Zielgehalt. Natürlich immer der Aufgabe und dem Umfeld entsprechend gerechnet.

Für die Verhandlung selbst gilt dann: Haben Sie eine Untergrenze im Kopf und bleiben Sie selbstsicher. Seien Sie jedoch auch offen für die Argumente Ihres Gegenübers. Auch Kompromisse lassen sich oft schließen: „In der Probezeit arbeite ich zu Ihren Konditionen für X Euro, danach möchte ich dann gerne, abhängig von meinen Leistungen, über eine Gehaltserhöhung verhandeln.“

Denken Sie auch daran, dass Ihr Gehalt nicht nur mit monetären Leistungen aufgewertet werden kann. Viele Arbeitgeber bieten attraktive Zusatzleistungen und Mehrwertprogramme an, über die Sie verhandeln können. Auch vom Unternehmen gezahlte Weiterbildungen sollten Sie mit Blick auf Ihre Zukunft in die Gehaltsverhandlungen mit einbeziehen. In einigen Fällen ist es sogar möglich, über Urlaubstage oder einen Freizeitausgleich zu verhandeln.

Realismus und eine solide Basis

Wichtig ist bei jeder Kalkulation: Bleiben Sie realistisch und versuchen Sie sich einen Eindruck von den Gehaltsgefügen in Ihrer Berufsgruppe/Branche zu verschaffen. Denn das Gehalt kann je nach Region, Branche und Unternehmensgröße schwanken. Glauben Sie nicht alles, was im Netz steht, und vertrauen Sie auf solide Quellen wie Statistiken und Gehaltsreports von Berufsverbänden und Branchenclustern. Ziehen Sie gerne auch Tariftabellen zu Rate, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Auch die Bundesagentur für Arbeit bietet für viele Positionen bundesweite Gehaltsvergleiche. Außerdem können Sie auf einschlägige Jobboards gehen und schauen, wie vergleichbare Positionen dotiert und ausgeschrieben sind.

Seien Sie sich gewiss: Durch eine Gehaltsangabe katapultieren Sie sich nie aus einem Bewerbungsprozess, solange Sie realistisch bleiben. Mir zeigt das eher, dass Sie sich mit Ihrer zukünftigen Position beschäftigt haben. Wichtig nur – geben Sie bei Gehältern auf Verhandlungsbasis nicht gleich Ihre Untergrenze an.

Sie sehen also – die Gehaltsfrage ist gar keine so schwierige Frage!

 

Autorin:
Katharina Hain
Senior Department Manager Recruitment Management
HAYS Recruiting experts worldwide
Hays