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Im Interview: CeBIT-Vorstand Oliver Frese über Jobsuche, Big Data und den IT-Nachwuchs

CeBIT und Jobsuche: Wie passt das zusammen? Im Interview mit uns erklärt CeBIT-Vorstand Oliver Frese, warum die CeBIT bietet, was kein Jobportal der Welt kann, was das Trendthema Big Data für den IT-Arbeitsmarkt bedeutet und wie dem Fachkräftemangel begegnet werden kann.

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Oliver Frese, CeBIT-Vorstand bei der Deutschen Messe AG.

Herr Frese, warum sollen Unternehmen, die auf der Suche nach fachlich qualifizierter Verstärkung sind, ausgerechnet auf der CeBIT fündig werden?   

Nirgendwo sonst finden Unternehmen so gezielt und in dieser Vielzahl geballtes IT-Know-how wie auf der CeBIT. Allein 2013 kamen mehr als 230.000 Fachbesucher zur CeBIT. Viele interessieren sich dabei auch für ihre persönlichen Perspektiven und für aktuelle Trends im Arbeitsmarkt. In dem Bereich job and career at CeBIT finden IT-Experten den zentralen Anlaufpunkt für ihre berufliche Zukunft. Und Arbeitgeber können hier potenzielle Kandidaten gezielt ansprechen sowie ihr Unternehmen und ihre offene Jobs vorstellen.

Das Top-Thema der CeBIT 2014 ist „Datability“, also die Fähigkeit, große Datenmengen nachhaltig und verantwortungsvoll zu nutzen. Welche neuen Anforderungen kommen durch Big Data auf IT-Professionals zu?

Große Datenmengen allein bringen uns nicht weiter, wir müssen sie richtig analysieren und auswerten, um die Ergebnisse sinnvoll einzusetzen, beispielsweise für Verbesserungen im Gesundheitswesen, im Straßenverkehr oder bei der Energienutzung. Deshalb sind IT-Professionals gefordert, neue Systeme und Verfahren zu entwickeln, um aus Big Data Geschäftsmodelle für ihre Unternehmen zu generieren.

Sie müssen also in der Lage sein, datengestützt und abstrakt zu experimentieren und die Ergebnisse wirtschaftlich zu interpretieren. Deshalb gibt es für Mitarbeiter schon heute konkrete Fortbildungsangebote, und bei Neueinstellungen wird Wert auf mathematische und analytische Kenntnisse gelegt.

2014 setzt die CeBIT zum ersten Mal zu 100 Prozent auf Business. Welche neuen Chancen ergeben sich hierdurch für Unternehmen, die auf der „job and career at CeBIT“ geeignete Kandidaten suchen?

Mit dieser Weiterentwicklung richtet sich die CeBIT vom kommenden Jahr an noch stärker an Fachbesucher. Dadurch erhöhen wir nicht nur die Qualität, sondern auch die Dichte der hochqualifizierten Besucher. Das macht die CeBIT für Unternehmen noch attraktiver, die auf der Suche nach passenden Experten sind. Denn die CeBIT bietet als die wichtigste Messe der digitalen Wirtschaft etwas, was kein Job-Portal dieser Welt kann: den persönlichen Kontakt zu rund 230.000 IT-Experten.

Im Zuge des aktuellen Fachkräftemangels im IT-Sektor setzen viele unserer Aussteller verstärkt auf die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte. Wird der Anteil internationaler CeBIT-Besucher in den kommenden Jahren weiter ansteigen?

Bereits zur CeBIT 2013 kamen unsere Besucher aus mehr als 100 Ländern. 60 Prozent von ihnen gaben an, keine andere IT-Veranstaltung zu besuchen. Diese starke Position wollen wir natürlich weiter ausbauen. So haben wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Ausstellern und weltweiten Partnern unsere Aktivitäten zur internationalen Besucheraktivierung noch einmal deutlich verstärkt. Damit die CeBIT auch zukünftig die weltweit wichtigste Messe der digitalen Wirtschaft ist.

2014 wird zum ersten Mal Großbritannien das Partnerland der CeBIT sein und der britische IT-Sektor gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wird sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren auch im Kampf um die schlausten Köpfe im IT-Bereich widerspiegeln?

Das tut sie auf einem offenen internationalen Arbeitsmarkt mit globalen Jobperspektiven schon heute. So ist aktuell zum Beispiel das Phänomen des so genannten Braindrain zu beobachten: gut ausgebildete, junge Fachkräfte, die aus den aktuell eher wirtschaftlich schwächeren Ländern im Süden Europas in anderen Ländern neue Aufgaben suchen. Länder wie Großbritannien und Deutschland können von dieser Entwicklung profitieren.

Da der Fachkräftemangel in absehbarer Zeit in unserem Land deutlich spürbar bleiben wird, kann man sich nicht allein auf ausländische Fachkräfte verlassen. So gilt es, den eigenen Nachwuchs zu fördern und für Technik zu begeistern. Neben job and career at CeBIT für die IT-Professionals haben wir deshalb die Initiative TectoYou für den Nachwuchs auf die CeBIT geholt. Hier können Schüler, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, sowie Studenten der ersten Semester die faszinierende Welt der IT hautnah erleben und sich über mögliche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren.

Herr Frese, wir danken für das interessante Gespräch. 

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