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Generation Y: IT-Absolventen ticken anders

Foto: iStockphoto.

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Was ihre beruflichen Erwartungen angeht, nehmen IT-Absolventen und junge IT-Fachkräfte innerhalb der Generation Y eine Sonderstellung ein. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie mit dem Titel „get started 2015“, die das Karriereportal get in IT gemeinsam mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK) durchgeführt hat. Hierfür wurden mehr als 1.300 IT-Berufsstarter – von den Studienmachern „GenY@IT“ genannt – zu ihren Einstellungen rund um den Berufsstart befragt.

Harte Fakten im Blick

Das Ergebnis: Angehende IT-Spezialisten sind bei ihrer Jobsuche mehr an harten Fakten wie der Gehaltsfrage oder an Konzepten zur fachlichen Berufsentwicklung interessiert als Altersgenossen in anderen Berufsfeldern. Erst mit großem Abstand folgen Faktoren, die sich auf die Arbeitsatmosphäre beziehen, zum Beispiel „nette Kollegen“ mit 50 Prozent. Die Berücksichtigung familiärer Belange (17 Prozent) oder flache Hierarchien (13 Prozent) folgen erst mit einigem Abstand. Laut zahlreicher Studien über die Generation Y im Allgemeinen sind es aber gerade diese weichen Faktoren und eine ausgewogene Work-Life-Balance, die für diese Altersgruppe im Fokus stehen.

Realistisch unterwegs und inhaltlich getrieben

Zudem interessant: Absolventen aus dem IT-Bereich streben in ihrer Laufbahn mehr nach Spezialisten- als nach Führungspositionen. Attraktiv werden Jobs demzufolge eher durch spannende und herausfordernde Aufgaben als durch die Möglichkeit, eine steile Karriere hinzulegen. 30 Prozent der in der Studie befragten Studenten und Berufseinsteiger möchten vor allem innovativ in ihrem spezifischen Fachgebiet arbeiten, während zusätzliche 24 Prozent antworten, ihr primäres Karriereziel sei es, den Experten-Status in ihrem Fachgebiet zu erreichen.

„Während es Berufsstartern allgemein oft wichtig ist, möglichst schnell ein möglichst hohes Maß an Verantwortung zu erreichen, ist die GenY@IT hier etwas realistischer unterwegs. Sie ist deutlich mehr inhaltlich getrieben, stellt ihre konkrete Aufgabe und die fachliche Fortentwicklung in das Zentrum ihrer beruflichen Ziele und weniger den Aufstieg im  Rahmen einer hierarchisch ausgerichteten Karriere“, erklärt Peter M. Wald, Professor für Personalmanagement an der HTWK Leipzig.

Auswirkungen auf Recruiting und Personalmarketing

Diese klare inhaltliche Ausrichtung bei der Jobsuche hat auch Auswirkungen darauf, wie IT-Berufsstarter das Image von Arbeitgebern bewerten. So sagt zum Beispiel ein Drittel, dass sie bei ihrer Jobsuche primär auf die spezifische Herausforderung der jeweiligen Position achten und weniger auf das Arbeitgeberimage des ausschreibenden Unternehmens. Umgekehrt verhalten sich nur 21 Prozent der Studienteilnehmer.„Arbeitgeber, die verstärkt auf der Suche nach IT-Experten sind, sollten darauf achten, dass sie in ihrem Personalmarketing die Vorzüge der bei ihnen anstehenden Aufgaben sowie die fachlichen Entwicklungsperspektiven in den Mittelpunkt stellen“, so Rainer Weckbach, Geschäftsführer von get in IT.

Ein Punkt, in dem sich IT-Absolventen allerdings nicht von ihren Altersgenossen in anderen Branchen unterscheiden, ist die optimistische Einschätzung der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Denn 91 Prozent der Befragten sind überzeugt, sehr gute (33 Prozent) oder gute (58 Prozent) Berufsperspektiven zu haben. „Die IT-Kandidaten innerhalb der GenY sind klare Gewinner des viel zitierten Wettbewerbs um die besten Köpfe. Sie sind äußerst gefragt und sich dieses Status auch absolut bewusst. Nur Arbeitgeber, die ein klares Bild davon zeichnen, welche Herausforderungen sie bei ihnen meistern können, sind im Wettbewerb um die Besten gut aufgestellt“, so Weckbach.