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Jobmobilität: Wen zieht es in welche Länder?

Foto: Pixabay.com

Während weltweit durchschnittlich zwei von drei Arbeitnehmern grundsätzlich bereit sind, eine Stelle im Ausland anzunehmen, würden von den Arbeitskräften in Deutschland weniger als die Hälfte für einen Job ins Ausland gehen.

Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Decoding Global Talent“ der Boston Consulting Group (BCG) und StepStone. Zugrunde liegt die weltweit größte Erhebung zum Thema Jobmobilität, bei der zwischen April und Juni 2014 mehr als 200.000 Arbeitskräfte aus 189 Ländern befragt wurden.

Franzosen viel mobiler als Deutsche

Besonders hoch ist die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten, in wirtschaftlich wenig entwickelten Ländern. Pakistan führt die Liste an: Etwa 97 Prozent der dort befragten Personen können sich vorstellen, für den Job ins Ausland zu ziehen.

Doch auch führende Industrieländer in direkter Nachbarschaft zu Deutschland zeichnen sich durch hohe Jobmobilität aus: Frankreich gehört mit ca. 94 Prozent zu den Top-5-Staaten, in denen Arbeitskräfte erwägen, auch im Ausland zu arbeiten. In der Schweiz können sich rund 77 Prozent vorstellen, für einen Job die Heimat zumindest auch vorübergehend zu verlassen – das sind 33 Prozentpunkte mehr als in Deutschland.

Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland 20 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt von rund 64 Prozent. Am stärksten zieht es die Deutschen in die Schweiz (37 Prozent), die USA (35 Prozent) und Großbritannien (33 Prozent).

Berlin unter den zehn begehrtesten Städten weltweit

Deutschland ist ein attraktives Ziel für Arbeitnehmer und bei den Befragten das beliebteste nicht-englischsprachige Land weltweit. Insbesondere Arbeitskräfte aus südosteuropäischen Staaten wie beispielsweise Bosnien-Herzegowina oder Serbien zieht es nach Deutschland – 73 bzw. 64 Prozent der Arbeitnehmer aus diesen Ländern wären bereit, in Deutschland zu arbeiten. In den Niederlanden liegt dieser Wert bei 51 Prozent, und auch in Finnland findet knapp die Hälfte der Arbeitnehmer Deutschland attraktiv.

„Deutschland ist ein Magnet für die internationalen Arbeitskräfte. Die stabile wirtschaftliche Situation, das große Angebot an freien Stellen auf dem Arbeitsmarkt und die gutenLebensbedingungen machen die Bundesrepublik zu einer guten Option sowohl für Arbeitnehmer als auch für hoch qualifizierte Fachkräfte“, kommentiert Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone Deutschland. Nicht zufällig befindet sich auch Berlin unter den zehn begehrtesten Städten für einen Arbeitsaufenthalt im Ausland. Die deutsche Hauptstadt liegt auf Rang 6 der beliebtesten Städte weltweit. Auf Rang 1 findet sich London, gefolgt von New York und Paris.

Abwanderung der Fähigsten verhindern

Die Antworten auf Fragen zu den Kriterien bei der Wahl eines Arbeitsplatzes ergaben, dass klassische Faktoren wie das Gehalt oder die Übernahme von Verantwortung nicht im Zentrum stehen. Am wichtigsten sind für Jobsuchende die eigene Weiterentwicklung, die Wertschätzung der eigenen Arbeit und ein gutes Verhältnis zu ihren Kollegen.

„Die steigende Mobilität von Arbeitskräften rund um den Globus und auch der Wandel ihrer Präferenzen bei der Jobwahl haben große Auswirkungen“, erläutert Carsten von der Linden, Principal bei The Boston Consulting Group und Co-Autor der Studie. „Deshalb sollten Unternehmen ihre Stärken als Arbeitgeber sowohl intern als auch extern klar herausstellen, um so zu verhindern, dass ihre talentiertesten Mitarbeiter auswandern und nicht mehr zurückkehren. Man sollte alles daransetzen, auf der anderen Seite dieser Gleichung zu stehen.“