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Tandem-Gespann statt Teilzeit-Falle: Jobsharing-Plattform Tandemploy bietet neue Möglichkeiten

Jobsharing im Tandem.

Foto: pixabay.com

Ein anspruchsvoller Job und gleichzeitig viel Platz für Freizeit, Familie, Freunde, Weiterbildung und persönliche Projekte. Wer wünscht sich das nicht?

Eine Möglichkeit, dies zu verwirklichen: Man teilt sich ganz einfach seinen Job mit einer anderen Person. Die Idee dahinter: Durch enge Zusammenarbeit, intensive Kommunikation und nahtlose Abstimmung zwischen den beiden Stelleninhabern werden auch Positionen teilzeittauglich, die es vorher nicht waren, also selbst komplexe Führungsaufgaben. Jobsharing heißt das Modell, das bereits rund 20 Prozent der deutschen Unternehmen – zumindest theoretisch – in ihrem HR-Werkzeugkasten haben.

Plattform bringt Zweiergespanne zusammen

Die zwei Gründerinnnen Anna Kaiser und Jana Tepe, die konsequenterweise auch selbst als Tandem-Gespann arbeiten, haben die Idee nun weiter vorangetrieben und Tandemploy, eine clevere neue Jobsharing-Plattform ins Leben gerufen. Sie sind somit Jobsharing-Expertinnen und Best-Practice-Beispiel zugleich. 

Die Plattform bringt nicht nur Menschen zusammen, die sich als Zweiergespann zusammenschließen möchten, sondern ermöglicht auch den Kontakt zu Unternehmen, die dem Modell offen gegenüber stehen. Eine Übersichtsseite listet Arbeitgeber, die offen für das neue Modell sind, und unter „Tandempartner finden“ stellen sich die Teilungswilligen mit ihrem jeweiligen Profil vor.

Auch für Unternehmen lukrativ

Aber was haben eigentlich die Unternehmen davon, wichtige Postionen mit Zweierteams statt Einzelkämpfern zu besetzen? Zum einen gibt es natürlich gerade in den Bereichen, in denen der Fachkräftemangel sich bemerkbar macht, Bestrebungen, stärker auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen, um qualifiziertes Personal an sich zu binden und im Kampf um die besten Kräfte zu punkten. 

Aber auch aus anderen Gründen kann sich das Modell für Arbeitgeber lohnen. Im Idealfall bekommen sie nicht nur zufriedenere und weniger krankheitsanfällige Mitarbeiter, sondern ganz automatisch auch zwei Köpfe, zwei Kompetenzprofile und zwei Blickwinkel auf alle anstehenden Herausforderungen, die sich gegenseitig ergänzen und komplettieren. Und: Wenn doch einmal jemand krank oder abwesend ist, ist zumindest zur Hälfte immer die andere, gut informierte Person da. 

Neue Konstellationen möglich

Für die Mitarbeiter selbst liegt der größte Vorteil in der hervorragenden Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, ohne in die häufigen Stresssituationen einer Teilzeitstelle zu gelangen. Auch für alle, die hierdurch einen ganz neuen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen, ist das Arbeiten im Jobsharing-Duo eine attraktive Option – für Fachkräfte mit anderer Muttersprache zum Beispiel, die in interkulturellen Tandems ihre Fähigkeiten einbringen können oder auch für ältere Menschen, die ihr Know-how in generationsübergreifenden Tandems an jüngere Berufseinsteiger weitergeben.

Generell ist beim Jobsharing nicht nur eine klassische 50/50-Aufteilung einer 100-Prozent-Stelle möglich, sondern beinahe alle denkbaren Zeitaufteilungen. Auch muss es in Summe nicht immer auf 100 Prozent hinauslaufen. Insbesondere bei Führungspositionen sind beispielsweise auch Konstellationen von 60/60 oder 70/70 üblich, wenn die Aufgabe dies aufgrund ihres inhaltlichen Umfangs und ihrer Komplexität erfordert. Gerade das so genannte Topsharing, also das Teilen von Führungspositionen wie Abteilungs-, Bereichs- und Teamleitung, wird nicht zuletzt durch diese Option immer populärer. 

Beispiele aus der Praxis

Wer mehr über das Thema erfahren möchte, kann sich auch im Blog zweiteilen.de umschauen, den die beiden Tandemploy-Gründerinnen betreiben. Hier werden neben allgemeinen Infos zum Thema Jobsharing auch mehrere erfolgreich funktionierende Tandems vorgestellt. So geben zum Beispiel die beiden Jobteilerinnen Katja Jenkner und Dorle Springer Auskunft darüber, wie sie sich bei der Deutschen Bahn in Frankfurt die Leitung Vertriebskonzepte und Vertragsrealisierung teilen.

Auch interessant: Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany (Business and Professional Women – Germany e.V.), erklärt im Interview, wie Jobsharing die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern kann. 

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