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Jobsuche: Erfolgreich durch Vitamin B

Jobsuche: Händeschütteln nach Vertragsunterzeichnung

Foto: Pixabay.com

Für manch einen Bewerber ist die Jobsuche immer wieder frustrierend: Ohne Vitamin B läuft oft rein gar nichts. Wer einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, bekommt den Job – und das nicht gerade selten. Vetternwirtschaft ist ein Phänomen, das bereits die Antike unter dem Begriff Nepotismus kannte. Heute sind es nicht unbedingt immer Verwandtschaftsgrade, die einen Jobanwärter weiter bringen, sondern ein gutes Netzwerk.

Ist es verwerflich, seine Kontakte spielen zu lassen? – schließlich ist sich jeder selbst der Nächste. Außerdem profitieren Unternehmen von guten Empfehlungen durch Mitarbeiter, da sie sich meist darauf verlassen können, dass die Empfohlenen auch das halten, was sie versprechen – sonst würden Mitarbeiter sich diesem Risiko nicht aussetzen. Doch können sich Entscheider sicher sein, dass es da draußen nicht doch noch einen Bewerber gibt, der genauso gut, wenn nicht sogar besser ins Profil passt? Jemanden, der noch zuverlässiger, noch effektiver, noch sympathischer ist?

Fakt ist: Fast jede dritte Stelle wird in Deutschland über persönliche Kontakte besetzt. Das bestätigt die IAB-Stellenerhebung, eine regelmäßige Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Diese besagt, dass 29 Prozent aller Neueinstellungen im vierten Quartal 2015 mit Hilfe einer ordentlichen Portion Vitamin B zustande kamen.

Persönliche Kontakte nehmen wichtigste Stellung ein

Bei Personen mittlerer und niedriger Qualifikation nehmen persönliche Kontakte bei der Einstellung die wichtigste Stellung ein. Klassische Stellenangebote in Printmedien und Dienste der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind ebenfalls dominierende Besetzungswege. Zeitungsanzeigen führten zu 14 Prozent aller Neueinstellungen. Auch die Dienste der BA einschließlich ihrer Internetangebote zur Stellenbesetzung brachten bei 14 Prozent den gewünschten Erfolg.

Jobsuche spielt sich bei Akademikern immer häufiger online ab

Bei der Suche nach Bewerbern mit höherem Bildungsniveau gewinnt das Netz deutlich an Relevanz. So gehört die Jobsuche online bei Akademikern zu den meistgenutzten und auch zu den erfolgreichsten Suchwegen. Bei 72 Prozent aller Stellen, für die ein akademischer Abschluss erforderlich war, wurden neue Mitarbeiter über die eigene Homepage gesucht. Online-Jobbörsen, die nicht in den Händen der BA liegen, wurden bei 55 Prozent dieser Stellen zur Jobsuche eingesetzt.

Die Gesamtstatistik zeigt, dass zwölf Prozent der Stellen über andere Online-Jobbörsen als die der BA besetzt werden, elf Prozent über Stellenangebote auf den eigenen Webseiten der Arbeitgeber und zehn Prozent über Initiativbewerbungen oder Bewerberlisten. Bei der Gesamtzahl an Jobs fällt auf, dass der Großteil der Gesellschaft auch heute noch eher dem klassischen Bewerbungsweg zugetan ist. Nur bei höherer Qualifikation spielen das Netz, Online-Jobbörsen und Social Recruiting eine gewichtige Rolle.

Angaben von rund 13.000 Arbeitgebern

Mit seiner IAB-Stellenerhebung untersucht das IAB viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2015 wurden Antworten von 13.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet. Ein IAB-Kurzbericht mit den Ergebnissen zu den Besetzungswegen steht hier zum Download bereit.

Grafik zur Jobsuche: Besetzungswege bei Neueinstellungen 2015 nach Qualifikation

Grafik: IAB