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Jobwechsel: Wo die „Liebe“ hinfällt

Jobwechsel: Wo die „Liebe“ hinfällt

Foto: Pixabay.com

Andere Unternehmen haben auch schöne Stellen: Frei nach diesem Motto halten es zurzeit viele Arbeitnehmer mit ihren Jobs. Nach einer Befragung von Sodexo, einem Anbieter für betriebliche Sozialleistungen und Incentives, wären ganze 66 Prozent der befragten Stelleninhaber bereit, ihren Job zu wechseln, wenn sie ein besseres Angebot bekämen.

Im „Sodexo Beziehungsbarometer“ wurde überprüft, welche Faktoren auf Arbeitnehmerseite für ein gesundes Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis sorgen. Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitgeber aktuell nicht unbedingt auf die Loyalität ihrer Mitarbeiter zählen können, wenn sie ihre Leistungen nicht verbessern – wie, abstrakt gesehen, in einer Beziehung eben auch.

Und da Geld bekanntlich die Welt regiert, verwundert es nicht, dass 69 Prozent der Umfrageteilnehmer für mehr Gehalt den Arbeitgeber wechseln würden. Ein kürzerer Anfahrtsweg wäre für 38 Prozent ein Grund für einen neuen Job, flexible Arbeitszeiten und Home Office-Möglichkeiten würden 35 Prozent zum Wechsel verleiten.

Liebe ist käuflich: Zusatzleistungen hoch im Kurs

Die Umfrage macht aber auch deutlich, dass nicht nur der pralle Geldbeutel eine entscheidende Rolle spielt. Böte ein neuer Arbeitgeber eine bessere Altersvorsorge und gesundheitliche Zusatzleistungen an, würden knapp 20 Prozent der Befragten in Betracht ziehen, ihren Job zu wechseln.

Mehr, mehr, mehr ist die Devise vieler Arbeitnehmer. Ist das Finanzpaket eines anderen Unternehmens besser geschnürt, heißt es schnell: „au revoir, alter Job!“ Beim Thema Geld hört ja sprichwörtlich die Freundschaft, in diesem Fall die Treue und Loyalität zum Arbeitgeber auf.

„Wenn am Ende des Monats nach getaner Arbeit das Geld nicht reicht, wird es für den Arbeitgeber schwer, seine Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden“, sagt George Wyrwoll, Unternehmenssprecher bei Sodexo. „Arbeitgeber haben natürlich nicht immer die Möglichkeit, das Gehalt für den Mitarbeiter zufriedenstellend anzupassen. Hier können Urlaubsbeihilfe und Tank-, Essens-, sowie Einkaufsgutscheine eine vorteilhafte Lösung sein. Dadurch bleibt dem Arbeitnehmer mehr von seinem Gehalt und der Arbeitgeber profitiert von Steuervorteilen im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung. Eine solche Regelung sorgt in vielen Fällen auf beiden Seiten für ein neues Maß an Zufriedenheit.“

Es muss „zoom“ machen: Identifizierung mit der Unternehmensphilosophie

Jobwechsel: Wo die „Liebe“ hinfällt

Foto: Startup Stock Photos

Ein wichtiger Faktor in puncto Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist neben den finanziellen Aspekten vor allem auch die Identifikation mit dem Unternehmen: Jeder zweite Arbeitnehmer möchte sich persönlich gerne im Unternehmen wiederzufinden. Nur acht Prozent sehen hier für sich keine Relevanz.

George Wyrwoll deutet diese Tendenz als gutes Zeichen: „Dass die Identifikation mit dem Arbeitgeber für die Mitarbeiter – übrigens nicht nur der vielzitierten Generation Y – eine so wichtige Rolle spielt, zeigt deutlich, dass deutsche Arbeitnehmer nicht nur Dienst nach Vorschrift machen, sondern mit dem Herzen bei der Sache sind.“

Der Incentives-Experte erkennt großes Potenzial darin und erklärt: „Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren und zusätzlich auch finanziell ihre Wertschätzung ausdrücken, legen die Basis für ein langfristiges Arbeitsverhältnis.“

Die Chemie sollte natürlich aber nicht nur zwischen Chef und Arbeitnehmer stimmen. Vor allem die Atmosphäre unter Kollegen sollte passen: Einen Jobwechsel ziehen immerhin 20 Prozent der Befragten in Betracht, wenn die Aussicht auf ein tolles Team winkt. Ein netterer Chef würde nur 17 Prozent zu einem Wechsel bewegen.

Die perfekte Beziehung lebt von Details: Familienfreundlichkeit und flexibles Arbeiten

Das Thema Familienfreundlichkeit wird in Unternehmen scheinbar noch recht stiefmütterlich behandelt: Nicht einmal jeder Zweite hält diese Tugend an seinen Arbeitsplatz für gegeben. Den größten Nachholbedarf scheint es aber vor allem in Bezug auf flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Lösungen zu geben: Mehr als 60 Prozent sehen hier Verbesserungspotenzial, 35 Prozent sind überhaupt nicht bis völlig unzufrieden.

Eins macht die Befragung jedenfalls klar: Für Zufriedenheit am Arbeitsplatz sollten Unternehmen unbedingt auf ein gutes Arbeitsklima achten und immer daran denken: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, ergo: Wo die finanziellen Faktoren stimmen, den Mitarbeitern Wertschätzung entgegengebracht wird und eine positive Arbeitsatmosphäre herrscht, kann aus einer kleinen Schwärmerei schnell die große Liebe erwachsen – Happy End nicht ausgeschlossen.

Jobwechsel: Wo die „Liebe“ hinfällt

Grafik: obs/Sodexo