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Ohne Englisch keine Karriere: Sprachkenntnisse der Deutschen nur europäisches Mittelmaß

Foto: www.pixabay.com

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Was haben der finnische Telekommunikationsriese Nokia, der französische Pharmakonzern Aventis und Japans größter Online-Markt Rakuten gemeinsam? Sie haben allesamt Englisch als einheitliche Unternehmenssprache festgelegt.

Auch wenn es noch nicht überall so weit ist wie in diesen Unternehmen: Wer heute im Berufsleben mithalten möchte, benötigt gute Fremdprachenkenntnisse. Das bestätigt auch einmal mehr der EF English Proficiency Index (EPI). Für die 4. Ausgabe des weltweit größten Länder-Rankings zum Thema Englischkompetenz hat die Sprachschule EF Daten von über 750.000 Menschen aus mehr als 60 Ländern erhoben. Neben der regionalen Analyse untersucht der Index auch die Korrelation zwischen Englischkenntnissen und einer Reihe sozialer und wirtschaftlicher Kennzahlen. Das Ergebnis: Gute bis sehr gute Englischkenntnisse sorgen für ein höheres Einkommen, bessere Karrierechancen und größeren Geschäftserfolg von Unternehmen.

Englischkenntnisse der Deutschen: Noch Luft nach oben

Die Deutschen sprechen insgesamt gut Englisch – allerdings durchaus noch mit Luft nach oben. Insgesamt sind 24 europäische Länder in der Rangliste vertreten, Deutschland hat es auf Platz zehn und damit gerade noch unter die Top Ten geschafft. Die ersten drei Plätze im europäischen Ländervergleich der Englischkenntnisse belegen Dänemark, die Niederlande und Schweden. Russland, die Ukraine und die Türkei bilden die Schlusslichter. Auch die Österreicher (Platz 7) sprechen laut des Rankings besser Englisch als die Deutschen. Die eigentlich als eher sprachaffin angesehene Schweiz liegt dagegen nur auf dem 18. Platz.

Mainmetropole sticht positiv hervor

Insgesamt hat sich das Enlisch-Niveau der Deutschen in den letzten sieben Jahren um 4,25 Punkte verbessert und im innerdeutschen Städtevergleich schneidet Frankfurt am Main am besten ab. Sieht man sich die einzelnen Bundesländer an, dann liegen die Stadtstaaten Bremen und Hamburg vorne, gefolgt von Hessen. Den größten Nachholbedarf haben Sachsen-Anhalt, das Saarland und Thüringen.

Auch interessant: Die Unterschiede zwischen den Altersklassen sind in Deutschland größer als anderswo in Europa. Aufgrund der verbesserten Englischkenntnisse der jungen Erwachsenen wird davon ausgegangen, dass sich das durchschnittliche Sprachniveau der Erwachsenen in den nächsten Jahren noch weiter verbessert. Schon heute hingegen lässt sich feststellen, dass deutsche Frauen im Durchschnitt etwas besser Englisch sprechen als die Männer.

Besseres Englisch bedeutet mehr Gehalt

Der Index zeigt auch, dass bessere Englischfähigkeiten die Gehälter nach oben treiben. Ein Bewerber, der gut Englisch spricht, hat größere Chancen auf eine bessere Stelle und damit auf einen erhöhten Lebensstandard. In Indien beispielsweise ist der Stundenlohn von Arbeitnehmern, die fließend Englisch sprechen, im Durchschnitt um 34 Prozent höher als der Stundenlohn derer, die kein Englisch sprechen; selbst diejenigen, die nur über geringe Englischkenntnisse verfügen, verdienen 13 Prozent mehr als diejenigen, die keinerlei Fremdsprachenkenntnisse haben.

Auch wenn diese Zahlen sicherlich nicht eins zu eins auf Deutschland und Europa zu übertragen sind, gibt es auch bei uns ein nicht zu unterschätzendes Wechselspiel zwischen Englischkenntnissen und dem durchschnittlichen Brutteinkommen – schließlich sind gute Fremdsprachenkenntnisse für viele besser dotierte Stellen schon längst zur Grundvoraussetzung geworden.

Messbare Umsatzsteigerungen

Nicht nur für die persönliche Karriere, sondern auch für den Unternehmenserfolg spielen die englischen Sprachkenntnisse eine wichtige Rolle: Über 60 Prozent der Geschäftsführer von multinationalen Unternehmen gaben in der Befragung an, dass es unter anderem Sprachschwierigkeiten sind, die ihren Erfolg auf ausländischen Märkten behindern. Gleichzeitig berichteten fast 90 Prozent der Befragten von deutlich gesteigerten Umsätzen und höheren Marktanteilen, wenn die internationale Kommunikation verbessert wurde.

Gestützt werden diese Ergebnisse auch von einer weiteren Untersuchung, die parallel vom Marktforschungsinstut Illuminas durchgeführt wurde. Laut dieser Studue verzeichnen 79 Prozent der Entscheidungsträger in weltweiten Unternehmen, die in den Englischunterricht ihrer Mitarbeiter investiert hatten, tatsächlich messbare Umsatzsteigerungen. Es kann sich also durchaus auch finanziell auszahlen, in die Sprachkompetenz seiner Mitarbeiter zu investieren.

Foto: INITIATIVE auslandszeit.

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