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Durchboxen im Berufsalltag: Profi-Boxerin und Ex-Managerin Nicole Wesner inspiriert mit ihrem Werdegang

Profi-Boxweltmeisterin Nicole Wesner. Foto: Michael Weinwurm.

Profi-Boxweltmeisterin Nicole Wesner. Foto: Michael Weinwurm.

Die 37-jährige Wahl-Wienerin Nicole Wesner weiß, wie man sich durchsetzt – im Leben und in der Box-Arena. Mit 32 Jahren stieg sie das erste Mal in den Ring und nur fünf Jahre später wurde sie bereits Profi-Boxweltmeisterin. Um ihrer zwar spät aber dafür umso heftiger entfachten Leidenschaft für den Kampfsport in vollem Umfang nachzugehen, hat sie 2012 etwas getan, was in ihrem Umfeld reihum für Kopfschütteln sorgte: Sie gab ihren gutbezahlten Job als Marketing-Managerin auf und setzte alles auf eine Karte.

Viele hielten sie für verrückt, noch mit 32 einen Neustart im Leistungssport zu wagen. Wie sie es dennoch schaffte, das Unmögliche möglich zu machen, beleuchtet die Profi-Boxerin am 18. September in ihrem Keynote-Vortrag auf der Wiener Karriere- und Weiterbildungsmesse „job and career for women“.

Sprung ins kalte Wasser hat sich ausgezahlt

Nicole Wesner ist studierte Wirtschaftswissenschaftlerin, spricht sechs Sprachen und arbeitet mit 35 Jahren in einem gut dotierten Job bei einem Medizintechnikunternehmen, als sie sich entscheidet, sich zu 100 Prozent dem Boxen zu widmen. „Andere sprechen ihr ganzes Leben immer wieder davon, wovon sie in Wirklichkeit träumen, trauen sich aber nie, es in die Tat umzusetzen“, erklärt Wesner. Sie habe an einem gewissen Punkt einfach den Sprung ins kalte Wasser gewagt, auch wenn sie dafür zunächst einmal mit einem Fünftel ihres bisherigen Einkommens auskommen musste.

Grenzen überwinden, die nur im Kopf bestehen

Die Quintessenz sei, so die Profi-Boxerin, zu verstehen, dass Grenzen nur im Kopf bestehen – egal, was andere Leute einem vermitteln. So muss sich Wesner beispielsweise seit nunmehr fünf Jahren immer wieder Fragen anhören, die auf ihr als unpassend empfundenes Alter abzielen. Die erste Welle kritischer Anmerkungen kam auf, als sie in einem Alter, in dem andere schon wieder ihre Karriere beenden, in das Box-Business einstieg. Nur kurze Zeit später wurde sie dann mit der Frage konfrontiert, wie lange sie das denn eigentlich alles noch machen wolle – es sei ja wohl kaum möglich, dass sie noch mit 40 noch in den Ring steige. „Alles ist möglich, Grenzen existieren nur im Kopf, lautet dann regelmäßig meine Antwort“, erklärt Wesner. Ob man erfolgreich sei, hänge meist sowieso hauptsächlich von der Motivation und der Leidenschaft ab.

Muss man aussteigen, um etwas Neues zu wagen?

Als klassische Aussteigerin sieht sich Nicole Wesner trotz aller Konsequenz und dem Wunsch, ihr Leben nicht an falschem Sicherheitsdenken auszurichten, dennoch nicht. Ihr übergeordnetes Ziel sei es schlicht und einfach, einer Tätigkeit nachzugehen, die sie erfülle und glücklich mache. „Lange Zeit war dies mein alter Job. Dann ist aber der Boxsport in mein Leben getreten und hat ein neues, noch größeres Feuer in mir entfacht“, so Wesner. Wie es auch Frauen mit einem anderen beruflichen Hintergrund, anderen Leidenschaften und anderen Voraussetzungen gelingen kann, beruflich noch einmal neu durchzustarten, zeigt sie im September in ihrem Keynote-Vortrag bei „job and career for women“.