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Studie: Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle erwünscht

Studie: Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle erwünscht

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Auf dem täglichen Weg ins Büro wertvolle Zeit auf der Autobahn oder im Zug verlieren, wenn ein Großteil der Arbeit auch von zu Hause aus erledigt werden kann? Riesige Umstände auf sich nehmen oder einen Urlaubstag einlegen, um einen Behördengang oder Arzttermin wahrnehmen zu können? Muss das sein?

Seit die Digitalisierung Einzug in die Arbeitswelt erhalten hat, könnten viele Arbeitnehmer ihr Berufsleben eigentlich viel flexibler gestalten – Tablet, Smartphone, VPN-Verbindung und WLAN sei Dank. Gerade für Pendler oder berufstätige Mütter und Väter ist es schwer, neben dem Job noch die alltäglichen Dinge des Lebens zu stemmen. Mobiles Arbeiten und flexiblere Arbeitszeitmodelle würden vieles erleichtern.

Die diesjährige Randstad Award Studie hat sich unter anderem diesen Themen gewidmet und über 7.100 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende im Alter zwischen 18 und 65 Jahren zum Thema Employer Branding und der Arbeitswelt in Deutschland befragt. Sie zeigt, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer für eine flexiblere Arbeitsgestaltung plädiert.

Variable Stundenbasis statt Tageshöchstarbeit

Studie: Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle erwünscht

Grafik: Randstad Award Studie 2016

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, sieht das ähnlich: Er fordert, das Arbeitszeitrecht anzupassen und von einer Tageshöchstarbeit auf eine Wochenarbeitszeit umzustellen. Das käme der Studie zufolge wohl auch einigen Arbeitnehmern in Deutschland entgegen:

42 Prozent der Mitarbeiter würden lieber auf variabler Stundenbasis arbeiten. 16 Prozent sprechen sich sogar für längere Arbeitstage und kürzere Wochen aus. Dagegen möchten immerhin noch 34 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland eine Arbeitswoche mit „Standardstunden“.

Arbeiten von zu Hause aus – zwischen Wunsch und Wirklichkeit?

Studie: Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle erwünscht

Grafik: Randstad Award Studie 2016

Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles macht sich stark für die Flexibilisierung des Arbeitsplatzes. Gerade das Thema „Home Office“ beziehungsweise ortsunabhängiges Arbeiten wird inzwischen auch auf politischer Ebene viel diskutiert.

Laut Studie sprechen sich 68 Prozent der Befragten in Deutschland für die Möglichkeit aus, ortsunabhängig zu arbeiten – zumindest gelegentlich oder an einer festgelegten Anzahl an Tagen in der Woche. Immer noch 30 Prozent bevorzugen dagegen, an jedem Werktag im Büro zu arbeiten.

„Der Spruch: ‚Work is, what you do, not where you go‘ beschreibt bereits heute die Arbeitsrealität vieler Berufsbilder“, so Andreas Bolder, Director Group Human Resources beim Personaldienstleister Randstad Deutschland. „Das Ende von starren Nine to Five‘-Regelungen ist nahe. Kein Arbeiten nach ‚Stechuhr‘, sondern selbstbestimmt, flexibel und ortsunabhängig. Immer noch stößt eine solche Arbeitsform allerdings auf Skepsis, auch wenn zahlreiche Beispiele belegen, welche Vorteile diese für alle Seiten haben kann.“

Arbeitsgestaltung muss zu Job und Persönlichkeit passen

Gerade bei Arbeitgebern und Führungspersonal scheint noch die Annahme zu bestehen, dass sie bei flexibler Arbeitsplatzgestaltung die Kontrolle über ihre Mitarbeiter verlieren und die Kommunikation auf der Strecke bleibt. Doch zahlreiche positive Beispiele aus der Praxis entkräften diese Vorurteile: Kommunikation über die modernen Medien ist heute einfacher und effizienter denn je. Wichtig ist die erbrachte Leistung: Diese ist ohne weiteres überprüfbar und hängt nicht unbedingt mit der Anwesenheit im Büro zusammen.

Vorbehalte haben allerdings auch einige Arbeitnehmer: Ein Drittel der deutschlandweit Befragten kann sich flexible Arbeitsmodelle für sich selbst nicht vorstellen. Sie sind auch nicht für jeden geeignet. Manche brauchen diese festen Strukturen und das ist auch gut so – es muss zum Job und zur Persönlichkeit des Arbeitnehmers passen.