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Studie: Technologischer Wandel steigert Bedarf an Weiterbildung

Brille und Textmarker auf Fachbuch: Bedarf an Weiterbildung wird bei fortschreitender Digitalisierung größer

Foto: Pixabay.com

In deutschen Unternehmen ist die Digitalisierung längst angekommen und steigert zukünftig den Bedarf an Weiterbildung. Dies geht aus der aktuellen TNS Infratest-Studie „Weiterbildungstrends in Deutschland 2016“ hervor, die im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) unter 300 Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen durchgeführt wurde. Auch welche Auswirkungen der technologische Wandel auf den Arbeitsalltag hat, wird in der Studie offengelegt. Personaler erwarten beispielsweise, dass Arbeitnehmer zukünftig deutlich komplexere Aufgaben zu bewältigen haben und universell einsetzbar sein müssen.

Digitalisierung prägt Arbeitsalltag

Der Einsatz neuer Kommunikationsmittel und digitaler Anwendungen prägt den Arbeitsalltag schon heute maßgeblich: 68 Prozent der befragten Personalverantwortlichen sehen in ihren Unternehmen starke bis äußerst starke Auswirkungen des technologischen Wandels auf den Arbeitsalltag. In Folge der fortschreitenden Digitalisierung erwarten drei von vier HR-Managern, dass der Bedarf an Weiterbildung künftig stark bis äußerst stark steigen wird. Lediglich 6 Prozent der Befragten sehen keinerlei Auswirkungen auf den Weiterbildungsbedarf. „Angebote für die Aus- und Weiterbildung müssen sich künftig flexibel an die digitalisierte Arbeitswelt anpassen. Ein berufsbegleitendes Fernstudium ist orts- und zeitflexibel und ermöglicht den Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets beim Lernen“, empfiehlt Brigitta Vochazer, Geschäftsführerin der SGD.

Anforderungen an Arbeitnehmer steigen

Welche Ansprüche die Digitalisierung an Arbeitnehmer stellt und wie sich der technologische Wandel auf die Arbeitswelt der Zukunft auswirkt, macht die Studie mit folgenden Ergebnissen deutlich: 43 Prozent der HR-Experten gehen davon aus, dass die Komplexität der Aufgaben ansteigen wird. 42 Prozent sehen voraus, dass Mitarbeiter noch vielseitiger agieren müssen und 40 Prozent schätzen das Selbstmanagement der Arbeitnehmer als immer wichtiger ein. Mit flexibleren Arbeitszeiten rechnen 38 Prozent der Personalverantwortlichen, mit zunehmendem mobilen Arbeiten 35 Prozent und mit kürzeren Innovationszyklen 30 Prozent.

„Die Arbeit der Zukunft wird komplexer und vernetzter. Dies wirkt sich nicht nur auf Geschäftsprozesse, sondern auch auf viele Berufsbilder aus. So müssen Arbeitnehmer künftig mit unterschiedlichsten Technologien arbeiten können und für vielseitige Aufgaben einsatzfähig sein. Sie sind gefordert, sich das notwendige Wissen und die entsprechenden Kompetenzen anzueignen, um nicht den Anschluss in der digitalen Arbeitswelt zu verlieren“, sagt Vochazer.

Digitalisierte Arbeitswelt betrifft alle Qualifikationsebenen

Personalverantwortliche erkennen die Auswirkungen des digitalen Wandels laut Studie über alle Qualifikationsebenen hinweg: Führungskräfte sind im mittleren Management für 80 Prozent der Befragten stark bis äußerst stark von der Digitalisierung betroffen, gefolgt von ausgebildeten Fachkräften sowie Sachbearbeitern mit Ausbildung (78 Prozent), Spezialisten mit akademischem Abschluss (76 Prozent) und Top-Führungskräften (75 Prozent). Von den angelernten Facharbeitern mit Berufserfahrung sind 65 Prozent von der Digitalisierung betroffen.

Mehr Informationen bietet die nachfolgende Grafik:

Grafik der Studiengemeinschaft Darmstadt SGD: Technologischer Wandel erfordert deutlich mehr Weiterbildungsmaßnahmen

Grafik: obs/Studiengemeinschaft Darmstadt SGD

4 Kommentare

  1. Das sehe ich ganz ähnlich, die Arbeitswelt wird digitalisiert und die Geschäftsprozesse damit optimiert. Der Mensch als Schnittstelle fällt da leider durch das Raster der Optimierung. Da nun die Mitarbeiter, welche übrigbleiben, das Wissen von mehren Stellen kompensieren müssen, ist eine Weiterbildung unumgänglich und die zukünftigen Ausbildungsberufe, Studiengänge und Weiterbildungen müssen den Erfordernissen angepasst werden. Die Frage ist nur, wann ist die Komplexität einer Arbeitsstelle so überfrachtet, dass die Mitarbeiter vor Überlastung wegbrechen. Hier sehe ich die Gefahr einer weiteren Überforderung von Mitarbeitern und Führungskräften, wenn nicht zusätzlich neue Fachkräfte ausgebildet und eingestellt werden. Insbesondere ältere Mitarbeiter sind mit dem technologischen Fortschritt meist heute schon überfordert.

    Viele Grüße

    Diplom Betriebswirt Michael Büchler
    http://bildungsbibel.de

  2. Schöner Beitag zum Thema Weiterbildung. Die Anforderungen der Arbeitnehmer steigen stetig durch neue Technologien. Entsprechend sollten auch die Weiterbildungen angepasst werden. Weiter so!

  3. Auch wenn diese SGD-Studie natürlich interessensgeleitet angelegt ist (die SGD ist schließlich einer der größten Weiterbildungsanbieter): Sie bestätigt natürlich einen gesellschaftlichen Trend und den des #arbeitenviernull-Themas:
    Digitalsierung bringt (zwingt?) uns alle dazu mehr und häufiger zu lernen.

    Zwar bin ich beruflich selbst Weiterbildungsprofi, ich glaube jedoch, dass unser Lernen in der Zukunft immer mehr in Situtationen abseits von Weiterbildung stattfinden wird, zum Beispiel auf Konferenzen, bei Barcamps und beim Lesen guter Blogs! 😉

    Dieser ist ab sofort abonniert!

  4. Vielen Dank für Ihre netten und wertvollen Kommentare.
    Über Ihr Interesse freuen wir uns sehr! 🙂

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