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Umfrage: Unternehmen verstärken die Suche nach Fachkräften im Ausland

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Foto: pixabay.com

Unternehmen in Deutschland setzen angesichts des Fachkräftemangels immer stärker auf ausländische Spezialisten. Jedes sechste Unternehmen (17 Prozent) beschäftigt Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland. Das sind vier Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Aktuell plant jedes neunte Unternehmen (11 Prozent), Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren. Unter den Großunternehmen sind es sogar rund zwei Drittel (64 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von Bitkom Research im Auftrag des Business-Netzwerks Linkedin, für die 1030 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen befragt wurden.

Zuletzt hatte Linkedin 2013 eine solche Umfrage durchführen lassen.“Verglichen mit der Studie vor einem Jahr beschäftigen mehr Unternehmen ausländische Fachkräfte und mehr Unternehmen suchen im Ausland nach Spezialisten“, kommentiert Till Kaestner, Geschäftsleiter Linkedin Deutschland, Österreich, Schweiz. „Die Rekrutierung im Ausland gerade über Online-Kanäle hat sich als wichtiges Standbein für die Mitarbeitergewinnung etabliert.“

IT-Fachkräfte und Controller besonders begehrt

60 Prozent der Unternehmen, die im Ausland nach Mitarbeitern suchen, geben an, im Inland nicht genügend qualifizierte Bewerber zu finden. Unter den Großunternehmen sind es sogar 78 Prozent. „Der Fachkräftebedarf lässt sich ohne Zuwanderung nicht decken. In Deutschland gibt es allein rund 40.000 offene und oft schwer zu besetzende Stellen für IT-Spezialisten quer durch alle Branchen“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research GmbH. „Im Ausland sind Mitarbeiter mit vielen in Deutschland kaum verfügbare Qualifikationen vorhanden.“

Aber auch andere Gründe spielen für die Rekrutierung im Ausland eine Rolle: 39 Prozent der Unternehmen wollen auf diese Weise Kontakte in bestimmte Märkte herstellen, 32 Prozent setzen auf ausländische Spezialisten als Teil einer Diversity-Strategie. Und rund jedes siebte Unternehmen (16 Prozent) sucht dort nach Qualifikationen, die es in Deutschland nicht gibt, etwa spezielle Studienabschlüsse.

Eingestellt werden sollen vor allem IT-Fachkräfte und Controller. 53 Prozent der Unternehmen, die im Ausland rekrutieren, wollen Spezialisten für Informationstechnologie und Telekommunikation nach Deutschland holen, 52 Prozent Controller. Mit etwas Abstand folgen Mitarbeiter für Forschung und Entwicklung (31 Prozent), Vertrieb (28 Prozent) sowie Marketing und Einkauf (je 22 Prozent). Dabei sind vor allem Berufseinsteiger (in 72 Prozent der Unternehmen) und Young Professionals, also Hochschulabsolventen mit einem bis fünf Jahren Berufserfahrung, gefragt (61 Prozent). 30 Prozent der Unternehmen suchen hingegen Führungskräfte.