Menü

Bewerber aufgepasst: Was die E-Mail-Adresse Personalern verrät

Foto: pixabay.com.

Foto: pixabay.com.

Wer sich per E-Mail auf eine Stelle bewirbt, verrät mehr über sich, als er glaubt. Mit der Absender-Adresse erhalten Personalentscheider eine zusätzliche Information über den Bewerber, die dessen Chancen auf ein Vorstellungsgespräch beeinflusst. Die Bewerbungsplattform Talerio hat die E-Mail-Adressen von 62.000 Studierenden und Absolventen kurz vor dem Berufseinstieg analysiert.

Immer mehr Unternehmen wünschen ausdrücklich eine Bewerbung per Mail. Sie ist praktisch und kostensparend für beide Seiten: Der Bewerber spart sich Ausdrucke und Bewerbungsmappen und in der Personalabteilung stapeln sich diese sensiblen Dokumente nicht auf den Schreibtischen. Für Bewerber ist die Wahl der richtigen E-Mail-Adresse allerdings ein potenzieller Stolperstein auf dem Weg zum begehrten Vorstellungsgespräch.

Unbewusste Signale vermeiden

Völlig ungeeignet sind, das ist klar, unprofessionelle Privatadressen. Dass „partyhengst@facebook.com“ oder „bierkoenig89@freenet.de“ bei Personalentscheidern Stirnrunzeln auslösen, können sich die meisten Jobsuchenden denken. „Aber auch scheinbar harmlose E-Mail-Adressen wie ‚ichschaffdas@‘ oder ’schnecki99@‘ senden Signale, die vielen Bewerbern nicht bewusst sind“, warnt Talerio-Geschäftsführer Marlon Litz-Rosenzweig. „Bei ähnlich qualifizierten Kandidaten kann das mit darüber entscheiden, wer zum Gespräch eingeladen wird.“

Sein Tipp: Warum nicht diesen Effekt nutzen und eine sprechende E-Mail-Adresse anlegen, die sich auf den angestrebten Job bezieht, oder analog zum Berufswunsch einen Mail-Provider wählen, der dazu passt, wie etwa ein verschlüsselter Dienst für einen Jura-Absolventen.

Gmail bei Naturwissenschaftlern populär

Wichtig ist dieses Kriterium insbesondere bei naturwissenschaftlich orientierten Berufen. So verwenden 65 Prozent der bei Talerio registrierten Chemiker, 59 Prozent der Physiker und 53 Prozent der Informatiker eine Gmail.com-Adresse, aber nur 19 Prozent der Lehramtsstudenten. „Google, der Anbieter hinter den Gmail.com-Adressen, bietet ein ganzes Ökosystem von kostenlosen, leistungsstarken Onlinediensten. Zur Nutzung benötigt man eine Gmail-Adresse. Die Verwendung spricht also für technisches Interesse und Gewandtheit“, erklärt Litz-Rosenzweig.

Die weniger komplexen Dienste sind in anderen Fächern populär: 20 Prozent der angehenden Lehrer verwenden gmx.de, bei den Informatikern sind es nur sieben Prozent. „Gmx bleibt ein guter Anbieter, aber Informatiker suchen meist etwas Leistungsstärkeres“, so Litz-Rosenzweig. „Tatsächlich würde ich mich bei Bewerbern in diesem Bereich fragen, warum sie einen so schlichten Dienst verwenden.“

Individuelle Domain ist der Königsweg

„Nicht-Techniker können wenig falsch machen, solange ihre Adresse insgesamt seriös klingt“, gibt Litz-Rosenzweig den Jobsuchenden mit auf den Weg. „Wer im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich sucht, kann sich eine kostenlose Gmail-Adresse erstellen, und sei es nur für das Bewerbungsverfahren.“ Das beste Technikverständnis könne man allerdings demonstrieren, wenn man eine individuelle Domain auf Basis des eigenen Nachnamens auch für E-Mails verwendet.